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«Torgefährlichster Schweizer Stürmer geht verloren»

Ottmar Hitzfeld und sein Captain Alex Frei.

Ottmar Hitzfeld und sein Captain Alex Frei.

Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld bedauert Freis Abgang . Doch für diesen ist klar: Dort, wo die Pfiffe gegen ihn am lautesten waren, wird er keine Länderspiel mehr absolvieren.

Die Katze ist aus dem Sack: Die Zeit von Alex Frei (31) im Nationalteam läuft im Juni ab. Der Stürmer will sich ab der Saison 2011/2012 auf den FC Basel konzentrieren. In der Deutschschweiz, dort, wo die Pfiffe gegen ihn am lautesten waren, wird Frei kein Länderspiel mehr zu absolvieren haben.

Nach dem EM-Qualifikationsspiel am 4. Juni 2011 im Londoner Wembley-Stadion gegen England zieht Alex Frei einen Schlussstrich unter seine Zeit in der SFV-Auswahl. Der Captain und Rekordtorschütze der Nationalmannschaft geht zwar nicht sofort, aber er geht. Er wählt einen Abgangstermin, der ungewöhnlich ist. Mitten in einer Qualifikationsphase.

Ungewöhnlicher Abgangstermin

Zumindest damit wurde nicht gerechnet. Aber Frei hat diesen Entscheid reiflich überlegt. Er hat sich mit seinen engsten Vertrauten in der Familie, im FC Basel und im Schweizerischen Fussball-Verband ausgetauscht. Vor allem natürlich auch mit Nationalcoach Ottmar Hitzfeld. Frei hat über einen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nachgedacht, denn die wüsten und unqualifizierten Pfiffe gegen ihn anlässlich des EM-Qualifikationsspiels am 12. Oktober in Basel gegen Wales hatten ihn verletzt.

Doch aus den Emotionen heraus wollte Frei den Bettel nicht hinwerfen. Einem solchen Entscheid hätte gemäss Frei auch der Beigeschmack anhaften können, «die Nationalmannschaft mit ihren sportlichen Ambitionen im Stich zu lassen». Nun ist Coach Hitzfeld froh, «in den eminent wichtigen Auswärtsspielen der Qualifikation zur Euro 2012 in Bulgarien und England auf ihn zählen» zu können.

Hitzfeld weiss, was der Schweiz an Alex Frei verloren geht. Nämlich «einer der erfahrensten und erfolgreichsten Leistungsträger der letzten Jahre sowie der torgefährlichste Schweizer Stürmer aller Zeiten». Frei aber glaubt, einen Entscheid getroffen zu haben, der für alle Beteiligten sinnvoll ist. Er wählte einen Termin für den Rücktritt, «der den Verantwortlichen genügend Zeit lässt, personelle Alternativen zu suchen und zu finden». Er wolle den Weg und den Platz jüngerer Offensivspieler nicht längerfristig blockieren.

Noch vier Spiele für die Schweiz

Frei wird für die Schweiz noch maximal vier Spiele bestreiten. Beim Test gegen die Ukraine (17. November in Genf) wird er im Aufgebot figurieren. Am 9. Februar steht danach ein weiteres Testspiel auswärts gegen Malta auf dem Programm, ehe Frei seine Nati-Karriere mit den EM-Qualifikationsspielen in Bulgarien (26. März) und in London gegen England (4. Juni) abschliesst.

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