Saisonstart
Titel-Sehnsucht der Young Boys: Jetzt müssen Taten folgen

Die Berner Young Boys wollen wieder einmal einen Titel holen – den ersten seit beinahe 30 Jahren. Der Optimismus in der Hauptstadt ist gross, dass es gerade in der am Samstag beginnenden Saison klappen wird.

Marcel Kuchta, Bern
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Der chaotische Eindruck täuscht: Die Berner Young Boys gehen in aufgeräumter Stimmung in die neue Saison.

Der chaotische Eindruck täuscht: Die Berner Young Boys gehen in aufgeräumter Stimmung in die neue Saison.

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Hier ein Schulterklopfen, da ein Spruch, dort schallendes Gelächter. Trainer Uli Forte brettert mit einem breiten Lachen im Gesicht auf dem Töff ins Stade de Suisse zum Fototermin. Die Stimmung ist bei den Berner Young Boys wenige Tage vor dem Saisonstart am kommenden Samstag beim FC Zürich gelöst. In Bern ist Aufbruchstimmung zu spüren. Wieder einmal.

Die Mission ist klar: Es gilt zu verhindern, dass die unrühmliche Serie ohne Meistertitel ihr 30-Jahre-Jubiläum feiern darf. 1986 wurde YB letztmals Schweizer Meister. Seither wurde YBs Kranzkasten nur noch um den Pokal für den Cupsieg 1987 erweitert. Das soll sich im kommenden Frühjahr ändern. «Wir wollen einen Titel», gab Präsident Werner Müller die Zielvorgabe bekannt. Drei Gelegenheiten hat die Mannschaft von Trainer Uli Forte, diese Vorgabe zu erfüllen, zwei davon sind realistischerweise realisierbar: die Meisterschaft und der Cup.

Bisher keine Verletzungen

Auf europäischer Ebene möchten die Berner gerne eine der beiden Gruppenphasen erreichen. In der Champions League sind die Hürden angesichts der zu erwartenden Qualifikations-Gegner sehr hoch, doch die Europa League bleibt als Hintertürchen erhalten. «Wir wollen in jedem Wettbewerb Zeichen setzen», unterstreicht Müller, sagt aber auch: «Es muss alles stimmen, damit wir unsere Ziele erreichen.»

Gemeint ist damit unter anderem auch, dass die Verletzungshexe im Gegensatz zum Vorjahr einen weiten Bogen um das Stade de Suisse macht. In dieser Beziehung stand zumindest die Vorbereitung schon einmal unter einem sehr guten Stern. Uli Forte dürfte am kommenden Samstag personell aus dem Vollen schöpfen können. Was auch bedeutet, dass der eine oder andere prominente Namen auf der Ersatzbank oder gar auf der Tribüne Platz nehmen muss.

Keine halben Sachen mehr

Uli Forte wird in den kommenden Wochen und Monaten also auch als Psychologe gefordert sein, der seine Ergänzungsspieler bei Laune hält. Zugute kommt dem YB-Trainer dabei die Tatsache, dass der Tanz auf drei Hochzeiten personelle Rochaden geradezu erzwingt. «Man kann nicht mit denselben Spielern alle drei Tage auf höchstem Niveau agieren», unterstreicht Forte, der mit Loris Benito und Miralem Sulejmani (beide von Benfica Lissabon) zwei Verstärkungen zur Verfügung stehen, die der Mannschaft beim erhofften Schritt nach vorne helfen sollen.

Grosse Stücke hält Forte auch auf dem dritten Neuling, dem 18-jährigen Denis Zakaria, der von Servette zu den Young Boys gestossen ist. Gestern wurde bekannt, dass Moreno Costanzo nach seinem kurzen Gastspiel in Aarau eine weitere Saison ausgeliehen wird. Das einstige Riesentalent wird in Zukunft für den FC Vaduz auflaufen. Auch Costanzos neuerliche Ausmusterung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass man in Bern keine halben Sachen mehr machen will.

Uli Forte ist bei allem Optimismus und aller Vorfreude froh, dass es am Samstag endlich losgeht. «Fertig Blabla. Jetzt müssen wir auf dem Platz Taten sprechen lassen und in Zürich wie die Feuerwehr loslegen», sagt er vor seiner dritten Saison mit den Bernern. Die Konkurrenz aus Basel soll schliesslich von Anfang zu spüren bekommen, dass man es bei den Young Boys ernst meint mit der Titeljagd.

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