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«Tiki Taka» war einmal: Barcelona verliert seine Religion

Barcelona war Tiki Taka, Tika Taka war Barcelona. Doch am Samstag riss eine unglaubliche Serie: Gegen Rayo Vallecano hatte der Spanische Meister zum ersten Mal seit 64 Monaten oder 315 Spielen weniger Ballbesitz als sein Gegner.

Roman Michel
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Tempofussball statt «Tiki-Taka» soll Barcelona in dieser Saison zum Jubeln bringen.

Tempofussball statt «Tiki-Taka» soll Barcelona in dieser Saison zum Jubeln bringen.

Keystone

4:0 hiess es am letzten Samstag; Barcelona gab sich auch im fünften Saisonspiel keine Blösse und bezwang den Madrider Vorortsklub Rayo Vallenciano dank einem Hattrick von Pedro problemlos. Trotzdem liessen die Statistiken aufhorchen: Zum ersten Mal seit 315 Spielen hatte Barcelona einen Ballbesitzanteil von weniger als 50 Prozent.

Sogar im Champions League Halbfinal gegen Bayern München, diesem geschichtsträchtigen 0:4 und 0:3, brach die Serie nicht. Seit dem 7. Mai 2008 und einem 1:4 gegen Real Madrid hatte Barcelona in jeder Partie die Oberhand was den Ballbesitz betraf.

Unendliche Passfolgen, gefühlte 90 Prozent Ballbesitz und verzweifelte Gegner waren die Folge. Unter Pep Guardiola und Tito Vilanova entwickelte sich der «Tiki Taka» zu einer Religion, er war viel mehr als nur eine Taktik. Bereits in der Jugendabteilung wurde den Barça-Youngstars diese Spielweise eingeimpft.

Unzufriedene Presse

Der neue Trainer Gerardo Martino setzt nun aber vermehrt auf Tempo- und Konterfussball und lange Bälle – der überzeugende Saisonstart gibt ihm Recht und auch die Spieler scheinen den neuen Stil zu mögen. «Wir waren fast wie Sklaven des Tiki-Taka», sagte Gerard Piqué schon vor zwei Wochen.

Trotzdem; alle sind mit der neuen Taktik nicht zufrieden. «Wie hoch werden die Siege ausfallen, wenn das Team wieder gut Fussball spielt?», fragt die Zeitung «Sport» ironisch.

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