Thuns Trainer Bernard Challandes machte bisher gute Erfahrungen mit italienischen Teams. Mit dem FC Zürich eliminierte er im UEFA-Cup Empoli (2007) und holte in der Champions League gegen Milan vier von sechs Punkten (2009). Das 1:0 im San Siro gegen den siebenfachen Champions-League-Sieger war einer der grössten Exploits eines Schweizer Klubs im Europacup. Nur einmal, im UEFA-Cup 2008, zog Challandes gegen Italiener (ebenfalls Milan) den Kürzeren.

Palermo ist mit Milan nicht zu vergleichen, dennoch sehen sich die Thuner im Duell gegen die Sizilianer als klare Aussenseiter. "Das ist eine Serie-A-Mannschaft. Das bedeutet, dass sie stark ist", sagte Challandes. Die Thuner haben Palermo vor wenigen Tagen in einem Test gegen Siena beobachtet. "Ich weiss nicht, ob dieses Spiel aussagekräftig war. Palermo beginnt die Saison erst Ende August, das könnte für uns ein kleiner Vorteil sein."

Auf dem Rasen dürften die Unterschiede zwischen den Teams derzeit nicht sehr gross sein. Während Thun ein eingespieltes Ensemble stellt, das nach zwei Runden die Axpo Super League anführt, ist Palermo derzeit eine grosse Baustelle. 13 Spieler haben den Verein verlassen, neun sind gekommen. Diese beiden Zahlen dürften in den nächsten Wochen noch markant nach oben korrigiert werden.

"Dass die Saison für uns mit der Europa League so früh beginnt, ist nicht günstig. Ich hoffe, dass wir in diesen ersten Europacupspielen im Hinblick auf die Serie A nicht zu viel Energie liegen lassen", so Coach Stefano Pioli. Vor Thun zeigte der letztjährige Chievo-Trainer grossen Respekt: "Vor allem die beiden Flügel (Andrist, Schneuwly) werden uns in der Verteidigung sehr beschäftigen." Auf den Seiten stellt Palermo selbst indes auch seine besten Kräfte. In den Couloirs spielen die beiden Internationalen Mattia Cassani und Federico Balzaretti.

Voraussichtliche Aufstellung Thun: Da Costa; Lüthi, Matic, Schindelholz, Schneider/Schirinzi; Demiri/Hediger, Bättig; Christian Schneuwly, Sanogo, Andrist; Lustrinelli. - Abwesend: Reinmann (krank).