Fussball
Thun-Fans zu laut: Ab sofort nur noch 6000 Zuschauer

10'000 Plätze fasst das schmucke Thuner Fussballstadion - doch der FC Thun darf ab sofort nur noch 6000 Tickets verkaufen. Das hat die bernische Baudirektion entschieden. Die Chefin des Rechtsamts bestätigte einen Bericht im "Thuner Tagblatt"

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Die «Arena Thun» wurde im Sommer 2011 eröffnet

Die «Arena Thun» wurde im Sommer 2011 eröffnet

Keystone

Hintergrund der Posse ist der Kampf von Anwohnern gegen die Lärmbelastung während den Spielen. Für den Lärmschutz planten die Stadionbauer ursprünglich eine Verglasung zwischen Obergeschoss und Dach. Dann ergriffen sie aber andere, aus ihrer Sicht wirksamere Massnahmen wie die Limitierung der Lautsprecheranlage.

Auf die Verglasung verzichteten sie mit dem Segen des Thuner Regierungsstatthalters. Der wurde nun vom Kanton zurückgepfiffen: Die Verglasung sei Bestandteil des Gesamtbauentscheids vom Oktober 2009 gewesen.

Wolle man darauf verzichten, brauche es ein ordentliches Baubewilligungsverfahren. Dasselbe gelte für die Freigabe der Zuschauerzahl - auch dies hatte der Statthalter eigentlich in eigener Regie verfügt, nachdem es vorübergehend schon einmal eine Begrenzung gegeben hatte.

Die Totalunternehmerin HRS tut sich schwer mit dem Entscheid des Kantons. Er gehe davon aus, dass man ans bernische Verwaltungsgericht gelangen werde, liess Unternehmenschef Martin Kull im Regionaljournal von Radio SRF durchblicken. Er betonte erneut, dass die Verglasung gar nicht viel bringen würde.

Der FC Thun und die Genossenschaft Arena Thun fühlen sich nun als Leidtragende der Kontroverse, wenn nur noch 6000 Tickets verkauft werden dürfen. Allerdings ist es auch ein Streit um des Kaisers Bart: Der aktuelle Zuschauerschnitt des Klubs beträgt 5442.

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