In Thun denkt man gerne an Auftritte auf internationaler Ebene zurück. 2005 verzückte der Kleinklub halb Europa und sorgte sogar in der Gruppenphase der Champions League für Aufsehen. Sechs Jahre später eliminierten die Berner Oberländer unter anderen die favorisierten Sizilianer von Palermo aus der Europa League, ehe die Briten von Stoke City Endstation bedeuteten.

Der diesjährige Startgegner verströmt wenig Glamour. Tschichura Satschchere, der Klub aus einer Kleinstadt in Zentralgeorgien, stieg erst im Vorjahr in die höchste Spielklasse des Landes auf, beendete dann die letzte Meisterschaft auf Rang 4 und erreichte den Cupfinal. Bei der internationalen Premiere wurde nun vor Wochenfrist Vaduz dank der Auswärtstor-Regel ausgeschaltet. Die Georgier erwiesen sich beim 1:1 im Rückspiel als deutlich offensiver als beim 0:0 in Tiflis, traten ball- und kombinationssicher auf und kamen neben dem Treffer zu zwei Lattenschüssen. Nach dem Weiterkommen dislozierte Tschichura in ein kurzfristig anberaumtes Trainingslager in Österreich.

Das Team von Urs Fischer will sich heute eine möglichst gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche in Tiflis erspielen. Personell ist die Lage allerdings angespannt. Nach dem Ausfall von Milos Krstic (Innenbandzerrung im rechten Knie) beim unglücklichen 2:3 beim FC Zürich fehlen dem Coach mit Krstic, Guillaume Faivre, Nicolas Schindelholz, Nelson Ferreira, Sekou Sanogo, Michael Siegfried und Luca Zuffi bereits sieben Kadermitglieder. In Thun rechnet man mit etwa 3000 Zuschauern.