Fussball

Tel Aviv war der Anfang vom Ende für Murat Yakin

Murat Yakin muss in seinem letzten Länderspiel verletzt vom Platz.

Murat Yakin muss in seinem letzten Länderspiel verletzt vom Platz.

Am 9. Oktober 2004 hat Murat Yakin in Israel sein 49. Länderspiel bestritten. Es war sein letztes. Jetzt reist der FC Basel mit ihm als Trainer zurück nach Tel Aviv.

Mitschuldig beim 0:1. Der Assist zum 1:1 durch Alex Frei. Wieder fehlerhaft beim 2:2. Und dann, in der 65. Minute, schlich Murat Yakin wie ein Greis vom Platz. Die «NZZ am Sonntag» schrieb damals: «Murat Yakin hatte physische Probleme und war ein ungewohnter Unsicherheitsfaktor.» Nein, es war gewiss nicht sein bestes Länderspiel damals am 9. Oktober im Nationalstadion Ramat Gan. Trotzdem dachte niemand, dass es der Anfang vom Ende war. Yakin absolvierte danach nur noch vier Spiele für den FC Basel. Vor dem heutigen Spiel gegen Maccabi Tel Aviv blickt der FCB-Trainer noch einmal zurück.

«Die Probleme im Rücken- und Hüftbereich haben schon vor der EM 2004 in Portugal angefangen. Es zwickte immer mal wieder oberhalb der Hüfte und die Schmerzen strahlten in den unteren Teil des Rückens ab. Dank Spritzen konnte ich die EM irgendwie überstehen. Doch es wurde immer schlimmer. Auch, weil niemand so richtig wusste, was die Ursache war. Dann kam das Spiel in Tel Aviv. Es gab weder einen Zusammenstoss noch sonst etwas Gravierendes. Ich lief nach einem stehenden Ball zurück in meine Position und spürte plötzlich den Höhepunkt der Schmerzen. Ich lag am Boden, war für kurze Zeit wie gelähmt und konnte nicht mal mehr den Daumen bewegen. Das hat mich erschreckt. Trotzdem dachte ich nie daran, dass dies der Anfang vom Ende meiner Karriere sein könnte. Auch, weil es nicht meine erste, für einen Fussballer ungewöhnliche Verletzung war. Denn ich hatte schon einen Bruch der Kniescheibe und einen Abriss der Waden- und Schienbeinmuskulatur erlitten. Am nächsten Tag war ich als Studiogast beim ‹Sportpanorama› eingeladen. Auch das schaffte ich nur dank Spritzen. Aber ich wollte es nochmals wissen, engagierte einen Physio und einen Konditionstrainer und kehrte für die letzten drei Spiele der Saison 04/05 auf den Platz zurück.»

Offenbar reichte das, um das Interesse des 1. FC Köln auf ihn zu lenken. «In der Schweiz hatte ich zu diesem Zeitpunkt alles erreicht, und noch einmal gegen Bayern München anzutreten, hätte mich unglaublich gereizt. Ich ging also nach Köln, mit meiner dicken Krankenakte. Denn ich wollte den Kölnern nichts vorspielen. Zu meiner Überraschung offerierten sie mir trotz meines Alters (Red. 31) und des grossen Verschleisses einen Dreijahresvertrag. Doch nach einem Training und einer Nacht in Köln war mir klar – das kann ich weder mir noch ihnen antun. Um 6 Uhr morgens rief ich Trainer Christian Gross an und teilte ihm meinen Entscheid mit, nicht nach Köln zu wechseln.»

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