Fussball
Sven Christ: «Ich bevorzuge den konstruktiven, den dominanten Fussball»

FC Aaraus Neutrainer Sven Christ spricht über die grosse Herausforderung: «Für mich ist wichtig, dass ein Augenmerk auf die Talente im Team Aargau gerichtet wird.»

Ruedi Kuhn und François Schmid-Bechtel
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Sven Christ: «René Weiler hat viel mit langen Bällen operiert und versucht, die zweiten Bälle zu gewinnen. Ich bevorzuge den konstruktiven, den dominanten Fussball.»

Sven Christ: «René Weiler hat viel mit langen Bällen operiert und versucht, die zweiten Bälle zu gewinnen. Ich bevorzuge den konstruktiven, den dominanten Fussball.»

Chris Iseli

Sven Christ, waren Sie überrascht vom Interesse des FC Aarau?

Sven Christ: Nein. Ich habe mich während meiner Arbeit beim FC Baden und im Team Aargau immer wieder mit René Weiler und anderen Exponenten des FC Aarau ausgetauscht. Für mich war es eine Ehre, dass mich Präsident Alfred Schmid als Trainer kennenlernen wollte.

Für uns war Ihre Ernennung zum Trainer eine Überraschung. Schliesslich nehmen Sie mit dem Schritt von der 1. Liga Classic in die Super League drei Stufen auf einmal.

Ich sehe das nicht so. Jürgen Klopp ist unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Karriere in Mainz Trainer geworden. Unterdessen gibt es sehr viele junge Trainer im Profigeschäft. Der Grund ist: Junge Trainer haben einen besseren Zugang zur heutigen Spielergeneration.

Der FC Aarau lebt vom Kollektiv. Selbst Captain Sandro Burki ist eher ein stiller Anführer. Welche Typen braucht es noch?

So still ist Sandro Burki nun auch wieder nicht. Er kann durchaus auch mal auf den Tisch hauen und Klartext sprechen.

Auf welchen Positionen muss sich der FC Aarau verstärken?

Der Abgang von Artur Ionita muss kompensiert werden. Dann braucht der FC Aarau sicher einen Stürmer. Ich habe am Donnerstag mit Sportchef Urs Bachmann einen Termin. Dann werden wir erstmals zusammen über die Zusammensetzung des Kaders für die nächste Saison sprechen. Es wird kein Spieler verpflichtet, den ich nicht will. Für mich ist wichtig, dass ein Augenmerk auf die Talente im Team Aargau gerichtet wird. Ich denke da an Miguel Peralta und Marco Thaler.

Wie unterscheidet sich Ihre Art Fussball von jener René Weilers?

René Weiler hat viel mit langen Bällen operiert und versucht, die zweiten Bälle zu gewinnen. Ich bevorzuge den konstruktiven, den dominanten Fussball. Ich strebe den frühen Ballgewinn mit Pressing an und das schnelle Umschaltspiel an.

Wie gross ist die Gefahr, dass Sie als Trainer des FC Aarau verheizt werden?

Das ist für mich kein Thema. Ich habe genug Selbstvertrauen und glaube daran, diese Aufgabe zu meistern. Mir geht es darum, meine Ideen auf die Mannschaft zu übertragen. Ich muss die Spieler begeistern. Ich will, dass man auf dem Spielfeld meine Handschrift als Trainer erkennt. Ich weiss aber genau, dass im Endeffekt nur die Resultate zählen.