Transfer

Sturmbulle Raul Bobadilla wechselt fix zum FC Basel

YB’s Raul Bobadilla kämpft vorbildlich, aber vergeblich.

YB’s Raul Bobadilla kämpft vorbildlich, aber vergeblich.

Dem Meister ist der Transfercoup des Winters gelungen - zu einem Schnäppchenpreis: YB lässt den Starstürmer für rund 3,5 Millionen Franken ans Rheinknie ziehen.

Er will beim FC Basel ein Grosser werden. Also zögerte Raúl Bobadilla nicht und wählte die Trikotnummer 17. Der 25-Jährige tritt damit in die Fussstapfen von Xherdan Shaqiri, der zweifelsohne zu den bedeutendsten Spielern der rotblauen Vergangenheit gehört.

Shaqiri ist Vergangenheit, Bobadilla will beim FCB die Zukunft prägen. Für viereinhalb Jahre hat der in Buenos Aires geborene Argentinier unterschrieben. Ein ungewöhnlich langfristiger Vertrag. «Nein», sagt FCB-Präsident Bernhard Heusler, «nicht für einen Transfer dieser Grössenordnung.» Viel Geld - die Rede ist von knapp vier Millionen Franken - hat Basel für Bobadilla bezahlt. In erster Linie soll er die Summe auf dem Rasen wieder einspielen. Mit dem langen Vertrag in der Hinterhand befindet sich der FC Basel aber auch in einer guten Verhandlungsposition, sollte in ein, zwei Jahren ein finanzstarker Klub Bobadilla verpflichten wollen.

Doch nun ist Bobadilla erst einmal in Basel. Macht das stolz? «Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit, dass sich ein Spieler seiner Klasse für uns entscheidet», sagt Heusler. «Das Setup ‹FC Basel› kann sich im europäischen Vergleich sehen lassen.»

So sehr, dass für den Gaucho einzig und allein der FCB infrage kam. Nach dem ersten Vorfühlen des Klubs bei Bobadilla war das für ihn klar. Trotz mehrerer Angebote aus dem Ausland. «Der FCB ist ein super Klub, Basel eine super Stadt - und sie wollten mich unbedingt, das gefällt mir», sagt er. Das Rheinknie kennt Bobadilla gut. Von 2006 bis 2007 tätigte er beim damaligen Challenge-League-Klub Concordia die ersten Gehversuche in Europa, bevor er über die Grasshoppers, Gladbach, Saloniki und die Young Boys nun den Weg zurück nach Basel fand. Trainer bei «Congeli» war Murat Yakin, der dort seinerseits die Trainerkarriere lancierte. «Muri ist ein wichtiger Mensch für mich», sagt denn auch Bobadilla.

Mit dem Argentinier ist Murat Yakin nach Geoffroy Serey Die (von Sion) und Endogan Adili (GC) der dritte Spielerwunsch erfüllt worden. «Ich freue mich, diese tollen Spieler trainieren zu dürfen», sagt er. Bei Bobadilla wird Yakin auch als Psychologe gefragt sein. So unbestritten die fussballerische Klasse des Argentiniers, so unberechenbar war in der Vergangenheit sein Temperament. «Ich weiss, wie Raúl funktioniert», sagt Yakin.

Aber: Der Trainer und der Präsident verlangen von Bobadilla, dass dieser - was die Emotionen angeht - an sich arbeitet. «Er muss bei uns seine Energie für die Mannschaft investieren», sagt Heusler. Die Disziplinarkommission der Swiss Football League vermeldete gestern das Urteil für Bobadillas letzten Ausraster: Für den Ellbogenschlag gegen Lausannes Katz am 25. November kassierte er sieben Spielsperren, drei davon hat er bereits abgesessen. Bleibt es dabei, ist Bobadilla am 3. März zum ersten Mal für den FCB spielberechtigt.

Der Spieler will jedoch gegen die Strafe rekurrieren. Die Erfolgschancen sind wohl eher gering, weil Bobadilla ein Wiederholungstäter ist. Sicher ist, dass Bobadilla dem FCB in dieser Saison nur auf nationalem Parkett zur Verfügung steht. Weil er bereits mit YB in der Europa League spielte, muss er die Sechzehntelfinalpartien gegen Dnjepropetrowsk von der Tribüne aus verfolgen.

Bleibt die Frage, wo Bobadilla eingesetzt wird. Mit ihm, Marco Streller und Alex Frei hat der FCB drei Stürmer, denen ein Platz auf der Ersatzbank fremd ist. «Wenn Raúl wieder darf, wird er spielen», sagt Yakin, «und Streller auch.» Für zwei der drei Alphatiere wird im Team Platz sein, unabhängig davon, ob Yakin mit einem oder zwei Stürmern spielen lässt. Für Alex Frei dürfte es in seinem letzten Halbjahr als Fussballer eng werden.

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