«Super League – Goool», so heisst das neu lancierte Fussballmagazin des Schweizer Fernsehen (SRF). Kaum angekündigt, sorgte es in den sozialen Medien auch schon für Diskussionen. Es wurden Befürchtungen laut, das Magazin, das ab dem 23. Juli jeweils am Sonntag um 18.00 Uhr auf SRF zwei ausgestrahlt wird, sorge für noch mehr Fussball-Sendezeit auf Kosten der Berichterstattung anderer Sportarten in der traditionellen Sonntags-Sportsendung «Sportpanorama».

Diese Befürchtungen sind aber falsch, wie Roland Mägerle, Abteilungsleiter Sport bei SRF, gegenüber der «Nordwestschweiz» ausführt: «Durch die Neuerung erhalten die restlichen Sportarten netto sogar rund zehn Minuten mehr Sendezeit. Dies, weil der bisher rund 20-minütige Block zum Schweizer Fussball aus dem ‹Sportpanorama› ausgegliedert wird, während die Sendung dank eines fünf Minuten nach hinten gerückten Schlusses nur zehn Minuten kürzer wird.»

Neue Sendung dank neuer Ausgangslage

Insgesamt gewinnt der Sportfan also am späten Sonntagnachmittag beziehungsweise dem frühen Sonntagabend an Sendezeit. Dass das SRF mit der neuen Sendung «Super League – Goool» überhaupt auf ein neues Format setzt, liegt an der neuen Ausgangslage in der höchsten Schweizer Fussballspielklasse.

Statt wie bisher zwei gibt es in der am Wochenende vom 22./23. Juli beginnenden Saison 2017/18 am Sonntag nur noch eine Anspielzeit – um 16.00 Uhr wird angepfiffen, kurz vor 18.00 Uhr sind die Partien fertig. «Damit können wir dem Publikum erstmals überhaupt einen ganz aktuellen Komplettservice mit allen Spielen und Toren der Super-League-Runde anbieten – und das unmittelbar nach Abpfiff der Sonntagspartien», sagt Mägerle.

Die «Super League – Goool»-Moderatoren Matthias Hüppi (l.), Rainer Maria Salzgeber (M.) und Paddy Kälin

Die «Super League – Goool»-Moderatoren Matthias Hüppi (l.), Rainer Maria Salzgeber (M.) und Paddy Kälin

«Die Idee dahinter ist, dass wir dem Fan des Schweizer Fussballs einen kompakten Service bieten können. Durch das neue 25-minütige Format weiss jeder Fussballfan, dass er um 18.00 Uhr einschalten muss. Diese Verlässlichkeit war bei den bisherigen Zusammenfassungen in der Sendung ‹Sportpanorama› weniger gegeben. Gleichzeitig macht die kompaktere Form mit 55 Minuten Sendezeit ‹Sportpanorama› vor allem für das Familienpublikum noch attraktiver», führt der Abteilungsleiter Sport bei SRF weiter aus.

Ein Gewinn für das ganze TV-Publikum

Insgesamt sollen also alle gewinnen: Der Fan des Schweizer Fussballs, weil er «sein» Menü fix um 18.00 Uhr serviert bekommt und der generelle und etwas weniger auf Fussball fokussierte Sportfan wird ab 18.30 Uhr mit «seinem» Programm versorgt.

«SRF zeigte in den letzten Jahren rund 100 verschiedene Sportarten, live oder in Magazinen», sagt Mägerle und verweist damit auf die Breite des SRF-Sportangebots. «Neben Sportarten wie Fussball, Eishockey oder Ski Alpin erhalten auch Sportarten, die weniger im medialen Fokus stehen, eine prominentere Plattform. Dies sind unter anderem Unihockey, Kunstturnen, Reiten oder der Behindertensport.»

Wohin fliessen die CL-Ersparnisse ab Sommer 2018?

Und vielleicht wird die Berichterstattung über Sportarten abseits des Fussballs ab Sommer 2018 sogar noch ausgebaut: Denn dann stehen dem SRF aufgrund der Einsparungen beim Einkauf der reduzierten Champions-League-Rechte ab der Saison 2018/19 zusätzliche Gelder für den Sport zur Verfügung.

«Für die Champions-League-Saison 2018/19 hat die SRG ein reduziertes Rechtepaket zu einem im Vergleich zu den Vorjahren reduzierten Preis erworben. Die freigewordenen Mittel fliessen vollumfänglich ins Programm», sagt Mägerle. Allerdings: «Die konkrete programmliche Umsetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.»

Eines ist auf jeden Fall klar: Das Sportprogramm von SRF sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Sport-Live-Übertragungen und -Magazine bewegen die Gemüter des TV-Publikums. (nch)