Axpo Super League

Spitzenspiel endet Remis - FCZ macht Boden gut

Bienvenu brachte YB in einem spektakulären Spitzenspiel in Führung

Bienvenu brachte YB in einem spektakulären Spitzenspiel in Führung

Basel erlitt in der 27. Runde der Axpo Super League den ersten Punktverlust in diesem Jahr.

Das spektakuläre 3:3 in Bern ist aus Sicht des Leaders gleichwohl als positives Ergebnis zu werten. Verfolger Zürich liegt nach dem drittten Derby-Sieg (1:0) dieser Saison fünf Punkte zurück.

YB sah sich in der Lage, diesen in der Axpo Super League scheinbar unschlagbaren FCB zu besiegen. Das souveräne 2:0 vor Wochenfrist in Sitten sowie die beste Offensive der Liga in diesem Frühjahr (24 Tore) waren starke Argumente. Tatsächlich hievten sich die Berner im ausverkauften Stade de Suisse schnell in eine komfortable Situation. Kurz nach Ablauf der ersten halben Stunde führten sie schon 2:0. Henri Bienvenu (26.) und Senad Lulic (33.) trafen jeweils im Anschluss an weite Freistossflanken von Alexander Farnerud und Kopfballvorlagen von Alain Nef.

Der FCB geriet zwar in Rücklage, aber er fiel nicht hin. Noch vor der Pause kam Basel heran (Frei/38.), in den zweiten 45 Minuten kippte das Spiel. Ausgerechnet das Sturmduo Frei/Streller leistete dabei die Aufbauarbeit. Nach Freis 1:2 traf Marco Streller nach feinem Doppelpass mit Gilles Yapi und gekonntem Heber zum 2:2 (65.). Es war die Antwort, welche die Basler Stürmer fünf Tage nach dem Nati-Rücktritt auf die gellenden Pfiffe des Berner Publikums parat hatten.

Am Ende hatten die YB-Fans ihre Wut auf Frei und Streller vergessen. Ihr Ärger zielte auf Schiedsrichter Massimo Busacca, der mit zwei umstrittenen Penaltypfiffen unfreiwillig in den Fokus rückte. Die Zweikämpfe von Emiliano Dudar (mit Valentin Stocker/77.) und David Abraham (mit Emanuel Mayuka/79.) bewertete er streng als Foul. Tembo und Mario Raimondi verwerteten die Penaltys.

Zürich stürmte, kombinierte, rackerte, zweifelte und jubelte am Ende doch noch: Chaker Zouaghi, der manchmal etwas schwerfällig wirkende Tunesier, traf vor über 18'000 Zuschauern nach einem Corner von Djuric in der 90. Minute zum 1:0. Für die Verlängerung der respektablen Serie von zwölf Heimsiegen gegen die Hoppers hatte die aktuelle Nummer 2 der Liga lange zu leiden.

Taktisch war dem FCZ wenig vorzuwerfen. Urs Fischer nominierte eine Startelf mit Qualität und Energie. Aber einer durchkreuzte die offensiven Pläne der Gastgeber fast ausnahmslos: Roman Bürki, die 20-jährige Goalie-Leihgabe der Young Boys. Er verhinderte eine frühzeitige Zäsur mit mehreren brillanten Paraden. Aegerter scheiterte im 1:1 gegen ihn, Mehmedi stoppte Bürki ebenso. Nur bei Magnins Freistoss an den Pfosten beanspruchte Bürki viel Glück.

Unter der Leitung von Jeff Saibene hat sich die Lage in St. Gallen zwar etwas beruhigt, aber zumindest in der Tabelle keinesfalls verbessert. Die Ostschweizer verpassten beim 1:1 gegen Xamax, den letzten Platz an die Neuenburger abzutreten. Nicht die eigene Ineffizienz war nach Spielschluss das grosse Thema, sondern ein Penalty-Entscheid des Referees Stephan Studer.

13 Minuten nach dem euphorisch gefeierten 1:0 Hämmerlis tobten die Anhänger wutentbrannt. Eine Intervention von Daniel Dunst taxierte Studer als Handspiel. Nuzzolo verwertete den umstrittenen Elfmeter. Saibene mochte den Pfiff nicht klaglos hinnehmen. Im grossen Groll eröffnete er einen heiklen Nebenschauplatz: Das Wort "Skandal" bemühte er dabei auch. Die Frage dürfte nun sein, ob sich die Liga solche Vorwürfe gefallen lässt.

Axpo Super League, 27. Runde. Am Sonntag: St. Gallen - Neuchâtel Xamax 1:1. Tore: 53. Hämmerli 1:0. 66. Nuzzolo (Penalty). Young Boys - Basel 3:3. Tore: 26. Bienvenu 1:0. 33. Lulic 2:0. 38. Frei 2:1. 66. Streller 2:2. 77. Tembo (Penalty) 2:3. 80. Raimondi (Penalty). Zürich - Grasshoppers 1:0. Tor: 90. Zouaghi . - Am Samstag spielten: Bellinzona - Thun 1:1. Luzern - Sion 0:1.

Rangliste (alle 27 Spiele): 1. Basel 57. 2. Zürich 52. 3. Young Boys 44. 4. Sion 42. 5. Luzern 41. 6. Thun 33. 7. Bellinzona 27. 8. Grasshoppers 24. 9. Neuchâtel Xamax 23. 10. St. Gallen 22.

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