FC Aarau
Spielmanns Traum rückt immer näher

Marvin Spielmann hat spannende Tage hinter sich – seit der Winterpause trainiert er mit dem FC Aarau, auch im Trainingslager war er mit dabei.

Dean Fuss
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Marvin Spielmann während des Trainingslagers des FC Aarau in Belek

Marvin Spielmann während des Trainingslagers des FC Aarau in Belek

Dean Fuss

Marvin Spielmann ist nicht einfach ein durchschnittlicher 18-Jähriger. Er ist ein talentierter Fussballer, der im heute endenden Trainingslager des FC Aarau in Belek erstmals so richtig zur Mannschaft gehört. Spielmann ist aber auch nicht einfach ein durchschnittlicher 18-jähriger Fussballer.

Der pfeilschnelle Offensivspieler kann Waschen und Kochen – das kann längst nicht jeder seiner Altersgenossen von sich behaupten. Dass sich seine Eltern trennten, als er gerade einmal sieben Jahre alt war und dass seine Mutter sechs Jahre später nach Paris übersiedelte, haben seine frühe Selbstständigkeit gefördert.

Spielmann spielt mittlerweile seit rund einem Jahr beim FC Baden in der 1. Liga. «Der Umstieg von der U18 auf die 1. Liga ist mir im Grossen und Ganzen ganz gut gelungen. Der grösste Unterschied liegt im körperlichen Bereich», sagt er, der zuvor die Nachwuchsstufen im Team Aargau durchlaufen hat.

Erster Profi-Vertrag in Aarau

Das unterstreichen auch seine Statistiken: Acht Tore erzielte er während seiner insgesamt 26 Einsätze im Dress des FC Baden. Im vergangenen April unterschrieb er schliesslich beim FC Aarau seinen ersten Profi-Vertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis zum Sommer 2019.

«Das zeigt das grosse Vertrauen des Klubs in mich. Zu merken, dass man auf mich setzt, ist ein grosser Ansporn», sagt Spielmann. Nicht verwunderlich, dass der FCA grosse Stücke auf ihn hält, war es doch Sven Christ, im vergangenen Winter noch Trainer beim FC Baden, der ihn aus dem Nachwuchs in die 1. Liga lotste. Dorthin hat man ihn nach Beginn der Vertragslaufzeit im Sommer zur weiteren Entwicklung auch wieder ausgeliehen.

Viermal in der Woche trainiert er abends in Baden, zusätzlich jeweils am Dienstag- und Donnerstagmorgen mit der U21 des Teams Aargau in Aarau. Hier absolviert er beim Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau eine KV-Lehre. Er wohnt auch in Aarau, unweit des Stadions Brügglifeld bei einer Gastfamilie.

«Gutes Gefühl, dabei zu sein»

Zu seiner Mutter, die in der Demokratischen Republik Kongo geboren und mit 20 Jahren in die Schweiz gekommen ist, hat er mehrmals wöchentlich telefonischen Kontakt, einmal pro Halbjahr besucht er sie für eine Woche in Paris. Manchmal kommt sie ihn übers Wochenende besuchen. Er wollte damals nicht mit ihr nach Frankreich umziehen. Mittlerweile hat er sich mit der Situation arrangiert.

Den Entscheid bereut er nicht: «Ich wäre sonst nicht da, wo ich jetzt bin.» Und jetzt ist er da, wo der FC Aarau ist. Seit der Winterpause trainiert Spielmann nun zusammen mit der ersten Mannschaft des FC Aarau, durfte auch mit ins Trainingslager in Belek. «Es ist ein gutes Gefühl, dabei zu sein. Das ist ein erster Schritt auf dem Weg zu meinem Traum vom Fussball-Profi», sagt er.

Obwohl Spielmann eigentlich bis zum Sommer an den FC Baden ausgeliehen ist, ist noch nicht klar, ob er für die Rückrunde auch wieder dahin zurückkehren wird. Darüber werden die FCA-Verantwortlichen in den kommenden Tagen zusammen mit Spielmann entscheiden. Der Traum vom Fussball-Profi rückt für den 18-Jährigen langsam, aber sicher näher. Zuerst einmal steht nun aber heute die Heimreise aus der Südtürkei auf dem Programm.