Fussball
Sommer-Nachfolge: Der kleine Petr Cech will ins Tor des FC Basel

Yann Sommer verlässt den FC Basel Ende Saison. Die Suche nach seiner Nachfolge gestaltete sich für den Verein schwierig. Wunschkandidat Roman Bürki erteilte dem FCB eine Absage. Nun steht Tomas Vaclik kurz davor, Yann Sommer im FCB-Tor zu ersetzen.

Sebastian Wendel
Merken
Drucken
Teilen
Tomas Vaclik, hier im Dress des tschechischen Nationalteams, plant einen Wechsel zum FC Basel.

Tomas Vaclik, hier im Dress des tschechischen Nationalteams, plant einen Wechsel zum FC Basel.

Keystone

Noch ist die Saison in vollem Gang, die Titelverteidigung ein schweres Stück Arbeit. Hingegen steht der FC Basel in den Vorbereitungen für die kommende Saison vor einem wichtigen Sieg – dem Sieg im Tauziehen um Tomas Vaclik. Der Goalie von Sparta Prag gilt spätestens seit der Absage von GC’s Roman Bürki als Wunschkandidat für die Nachfolge von Yann Sommer (zu Mönchengladbach). Noch fehlen die Unterschriften. Doch deutet sehr viel darauf hin, dass der FCB-Strafraum zum Revier des 25-jährigen und 1,89 Meter grossen Tschechen wird.

Vaclik gilt in seiner Heimat als Nachfolger des legendären Petr Cech (32), seit Jahren Chelsea-Goalie und die Nummer 1 im Nationalteam. Seine Klasse hat sich in ganz Europa herumgesprochen, doch Vaclik hat einzig Basel im Kopf. «Tomas wird Sparta im Sommer verlassen und hat viele lukrative Angebote, unter anderem aus Russland. Er will aber unbedingt zum FC Basel wechseln. Das haben wir den Verantwortlichen von Sparta so mitgeteilt», sagt sein Berater David Nehoda gegenüber der «Nordwestschweiz». Laut Nehoda sei zwischen Vaclik und Basel alles klar, zurzeit laufen die Verhandlungen zwischen den Klubs. Und diese, plaudert Nehoda aus dem Nähkästchen, stünden kurz vor dem Durchbruch. «Die Gespräche sind weit fortgeschritten. Es spricht viel dafür, dass es zu einer Einigung kommt. Wir hoffen, dass es in den nächsten Tagen so weit ist.»

Die Ablösesumme dürfte rund drei Millionen Franken betragen. Geld, das der FCB nach den Einnahmen in der Champions League und dem Verkauf von Mohamed Salah zu Chelsea locker zur Verfügung hat.

Vaclik wie Sommer?

Vaclik hat am vergangenen Sonntag den Spitzenkampf zwischen Basel und GC besucht und sich persönlich ein Bild von der Atmosphäre im St. Jakob-Park gemacht. Die Fans des FCB, so Nehoda, seien für seinen Klienten ein wichtiges Argument pro Basel. «Die FCB-Fans sind in Tschechien berühmt. Tomas war begeistert von der Stimmung.» Ebenfalls eine Rolle nimmt Marek Suchy ein, der seit Januar beim FCB spielt und seinem Landsmann nur Gutes vom Klub und der Stadt berichtete.

Nicht zuletzt wegen der Europacup-Erfolge in den vergangenen Jahren hat sich Vaclik für den FCB entschieden. «Es ist der perfekte Schritt für ihn», sagt Berater Nehoda. Es soll aber nicht der letzte sein: Vaclik plant, den gleichen Weg wie Vorgänger Yann Sommer einzuschlagen. Dieser hat sich beim FCB in den vergangenen drei Spielzeiten zu einem Goalie internationaler Spitzenklasse entwickelt, der Lohn ist ein langfristiger Vertrag beim Bundesliga-Sechsten Mönchengladbach. «Der FCB spielt jedes Jahr im Europacup und bietet Tomas das Schaufenster für den Transfer in eine Topliga», sagt Nehoda.

Soweit ist es noch lange nicht. Sollte der Transfer wie erwartet bald einmal von offizieller Seite bestätigt werden, wartet auf Vaclik eine Herkulesaufgabe. Mitspieler, Fans, Journalisten – alle werden den neuen FCB-Goalie mit Yann Sommer vergleichen. «Er kann damit umgehen. Tomas ist bei Sparta Prag zu einem starken Charakter gereift», sagt Marek Suchy.

Schon lange bevor sich im Januar der Abgang von Sommer abzeichnete, schauten sich die FCB-Verantwortlichen nach einem Nachfolger um. Wegen Sommers herausragenden Leistungen habe die Suche laut Sportdirektor Georg Heitz spezielle Abklärungen erfordert. «Yann hat die Messlatte sehr, sehr hoch gelegt», so Heitz. Mit Tomas Vaclik hat ein Tscheche den Sprung darüber geschafft.