Tennis
Sogar die Queen gratuliert Andy Murray zum Titel in Wimbledon

«Heiliger», «Ritter» oder «History Boy» – in Grossbritannien überbieten sich die Medien beim Jubelgesang auf Wimbledonsieger Andy Murray. Sogar das Königshaus macht mit.

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Andy Murray hat endlich, wovon er schon lange geträumt hat: den Wimbledon-Pokal.

Andy Murray hat endlich, wovon er schon lange geträumt hat: den Wimbledon-Pokal.

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Keine Frage: Andy Murray hat mit seinem Sieg am wichtigsten Tennisturnier der Welt Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal seit 77 Jahren und Fred Perry gewann wieder einmal ein Spieler aus dem britischen Königreich. Murray ist Schotte und wohnt seit geraumer Zeit in einem Londoner Haus nahe der Wimbledon-Anlage.

Die Reaktionen auf der Insel nehmen seit dem verwandelten Matchball gestern Nachmittag gegen Novak Djokovic fast schon skurrile Ausmasse an. Diverse Zeitungen und Onlineportale überbieten sich regelrecht im Jubelgesang auf ihren Helden. «Erhebe dich, Sir Andrew, Ritter des heiligen Grahls» schreibt die «Times». Das Blatt widmete Murray heute eine Sonderausgabe - «The history Boy» prangt auf der Front.

Die «BBC» macht Murray schon fast zum Heiligen, schreibt: «Das ist ein gesegnetes Zeitalter für britische Sportfans.» Im letzten Jahr gewann Grossbritannien zig Goldmedaillen an den Olympischen Spielen in London und mit Bradley Wiggins gewann erstmals ein Brite die Tour de France. «Murray hat die grösste aller Tragödien weggefegt», schreibt «BBC» in Angesicht der 77-jährigen Durststrecke seit Fred Perrys Sieg in Wimbledon.

Die «Daily Mail» hat, so behauptet sie, vernommen, dass Murray zum Ritter geschlagen werden soll. Mitarbeiter der Regierung planen, der zuständigen Kommission einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten. Der «Daily Mirror» fragt sogar, ob Murray nach dem bislang grössten Sieg seiner Karriere nun endlich um die Hand seiner Freundin Kim Sears anhalten wird. Murrays nüchterne Antwort: «Daran habe ich noch nicht gedacht».

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Welche Bedeutung der Triumph der Weltnummer 2 in Grossbritannien hat, zeigt diese Reaktion: Queen Elizabeth höchstpersönlich hat sich bei Murray gemeldet und ihm gratuliert. Dabei gilt die 87-Jährige eher als Sportmuffel.

Den Vogel schiessen britische Wettanbieter ab: Diese glauben, weil Murray gewonnen hat, könnte das Baby von Prinz William und seiner Kate den Namen Andrew alten. Vorausgesetzt natürlich, es wird ein Junge. Jedenfalls sank die Quote für «Andrew» von ehemals 40:1 auf 14:1.