Als im Herbst die Schweizer Nationalmannschaft in der Nations League für Furore sorgte, hatte dies auch taktische Gründe. Xherdan Shaqiri zeigte als neuer Spielmacher grosse Qualitäten, profitierte von den ihm gegebenen Freiheiten. Auch gegen Georgien und Dänemark zum Start der EM-Qualifikation hätte Shaqiri trotz mangelnder Club-Spielpraxis der entscheidende Akteur im Schweizer Offensivspieler sein sollen, vor allem nachdem mit Haris Seferovic der eigentlich formstärkste Stürmer verletzt ausfiel. Nun kann auch Shaqiri verletzt nicht mittun. Er reiste am Montag aus dem Camp der Nationalmannschaft ab.

Am Dienstag wird Nationaltrainer Vladimir Petkovic für Shaqiri einen Spieler nachnominieren. Die Kandidaten dafür: Josip Drmic (Gladbach), Fabian Frei (Basel) und Pajtim Kasami (Sion). Für alle drei Spieler wäre das Aufgebot eine grosse Belohnung nachdem die Spieler zuletzt nicht mehr zum Nationalteam gezählt hatten. Bereits seit 2016 nicht mehr dabei war Kasami, Frei wurde Anfangs 2018 zuletzt aufgeboten und Josip Drmics bisher letztes Länderspiel war das WM-Achtelfinale gegen Schweden. Tendenziell sprechen bei der Nachnomination mehr Argumente für Frei oder Kasami. Gegen Drmic spricht, dass der oft verletzte Stürmer in der gesamten Saison erst 31 Minuten in der Bundesliga zum Einsatz kam.

Erstes Nati-Training für die EM-Qualifikation

«Wir sind die Favoriten, aber wir müssen aufpassen» – erstes Nati-Training für die EM-Qualifikation

Am Montagabend versammelte sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft im Zürcher Letzigrund zum ersten Training für die bevorstehenden EM-Qualifikationsspiele. Das sagt Trainer Vladimir Petkovic zur Ausgangslage.

Doch egal, wen Petkovic für Shaqiri nachnominiert: Entscheidend dürfte der Spieler zum Start zur EM-Qualfikation kaum sein. Der neue Kaderspieler dürfte weder gegen Georgien, noch gegen Dänemark von Beginn weg auflaufen. Viel wichtiger ist für das Schweizer Team also, wie Petkovic seinen besten Kreativspieler in den Partien gegen Georgien und Dänemark taktisch ersetzen möchte.

Vieles deutet auf ein 4-3-3 hin

In der Nations League liess Petkovic Shaqiri als hängende Spitze auflaufen. Je nach Interpretation und Gegner wechselte jenes System zwischen einem 4-4-1 oder einem 4-2-3-1-System. Shaqiri musste kaum  defensive Aufgaben erfüllen, konnte sich voll und ganz auf seine offensiven Ziele fokussieren.

Es ist nicht davon auszugehen, dass Petkovic genau dieselbe Rolle erneut besetzen wird. Shaqiri hat mit seiner kreativen Spielweise in der Schweizer Mannschaft ein Alleinstellungsmerkmal. Es gilt deshalb als wahrscheinlicher, dass Petkovic sein Team in einem 4-3-3-System neu organisiert. In jener Formation gäbe es statt der Shaqiri-Position zwei gleichwertige Achter, dahinter befände sich ein Sechser statt deren zwei. Die drei zentralen Positionen im Mittelfeld dürften hierbei Granit Xhaka, Remo Freuler und Denis Zakaria einnehmen. Genau so stellte Petkovic auch schon im Testspiel gegen Katar (0:1) in der ersten Halbzeit auf, als er Shaqiri zunächst schonte. In der vordersten Reihe könnten in dieser Formation Steven Zuber, Admir Mehmedi und Breel Embolo zum Zug kommen. Aussenseiterchancen auf einen Startelfeinsatz hätte zudem Mario Gavranovic.

Breel Embolo ist «ganz entspannt»

Breel Embolo ist «ganz entspannt»

Nach dem Training im Stadion Letzigrund in Zürich am Dienstagmorgen stellt sich der Stürmer Breel Embolo den Medien. Er freue sich, wieder in der Schweizer Nationalmannschaft zu spielen. Die Mannschaft habe ein gemeinsames Ziel und wisse, wo sie hinwolle. 

Eine andere, aber weniger wahrscheinliche Möglichkeit wäre es, dass Petkovic Shaqiri tatsächlich eins zu eins ersetzt. Sowohl Steven Zuber als auch Admir Mehmedi haben bei ihren Bundesliga-Vereinen auch schon im zentralen Mittelfeld agiert. Petkovic sah jedoch beide Akteure bisher ausschliesslich als Flügelspieler.