In einem Brief an die Anwohner warnte die Polizei von Lugano vor den Basler Fans. Die Türen sollen verriegelt und gefährliche Gegenstände entfernt werden. Darauf reagierten einige Basler Fans mit einer humorvollen Aktion: Sie verteilten Läckerli und einen Brief, in dem sie Bezug auf die Angst der Polizei nahmen. Diesen haben wir übersetzt:

«An die Anwohner der Via San Gottardo, Via Massagno, Via Tesserete (Lugano und Massagno), Via Torricelli und Via Trevano

Geschätzte Firmen, sehr geehrte Damen und Herren,

Wenn Sie diesen Brief in den Händen halten, wird alles vorbei sein. Das Sicherheitsdepartement der UNO wird Ihr Quartier wieder als sicher eingestuft haben. Die Barrikaden vor Ihren Türen und Garagen können abmontiert und die Schützengräben wieder mit Erde und Sand gefüllt werden. Aber aufgepasst!

Möglicherweise liegen für die nächsten Jahrzehnte Minen in der «zona rossa», weil sich in der allgemeinen Panik niemand merken konnte, wo die Scheissdinger vergraben wurden. Auch den Stacheldraht kann man abreissen, doch werft ihn nicht weg! Er kann von den Bauern wiederverwendet werden, um ihre Herden vor der Zuwanderung oder den Grenzgängern aus Italien zu schützen. Wir sprechen natürlich vom Wolf, ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber hat es sich gelohnt?

Geschlossene Tore und Eingänge haben uns noch nie gestoppt, die gefährlichen Objekte bringen wir meist selber mit und die Strecke vom Bahnhof zum Stadion laufen wir lieber, als dass wir sie fahren. Das ist auch gesünder.

Es stimmt, dass für ein paar Minuten der Verkehr blockiert sein wird, aber wir versichern Ihnen, dass wir nicht für den Stau am Gotthard verantwortlich sind. Auch nicht für die Verschmutzung des Trinkwassers, obwohl jemand seine Notdurft an einem Baum verrichten könnte.

Wie auch immer alles ausgeht, wir haben ein Solidaritätskonto eröffnet, um die zerstörte Zone wiederaufzubauen. Wir legen viel Wert auf gegenseitige Solidarität. Wir danken Ihnen im Voraus für die grosszügige Geste: 40-397037-2. Grüsse, Rotblau

Die Basler Fangemeinde

P.S. Wenn die vermeintlichen Unruhen tatsächlich stattfinden, liegt die Schuld immer bei den Anderen.»

Die Tessiner gratulierten dem Basler Anhang zu dieser Aktion. Auf tio.ch lässt sich ein Anwohner mit folgendem Statement zitieren: «Das war eine gute Antwort. Sie haben einerseits Reife gezeigt, aber vor allem einen grossen Sinn für Humor bewiesen, mit einem Text, der die Atmosphäre der Angst vor ihrer Ankunft mit Sarkasmus herunterzuspielen in der Lage war. Ich habe herzhaft gelacht.» (bz)