FC Basel
So hält die Münchner Polizei die Basler Fans in Schach

Für den FC Basel ist es die letzte Chance, um in der Champions League zu überwintern. Derweil kontrollierten 750 Münchner Polizisten rund 600 Basler Fans.

Vasilije Mustur
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Basel-Fans in München
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Basel-Fans in München

Deutschland geht seit Jahren mit harter Hand gegen die Ultra-und Hooligan-Szene im Fussball vor. Diese Politik der Nulltolleranz bekam jetzt auch ein Teil der Supporter des FC Basel zu spüren.

Am Spieltag der Champions League-Partie zwischen dem FC Bayern München und dem FC Basel traf am Mittwochmorgen der erste von zwei Sonderzügen am Hauptbahnhof München an.

Wie die Polizei München gegenüber az bestätigt, befanden sich darin gegen 600 Fans des Schweizer Meisters.

Zug hermetisch abgeriegelt

Als der Zug zum Stillstand kam, sperrten und umstellten die Sicherheitskräfte einen Teil des Bahnhofs, das Gleis auf dem der Sonderzug ankam sowie ein weiteres Perron.

Daraufhin forderten Einsatzkräfte die Supporter auf, auszusteigen und sich durchsuchen zu lassen - inklusive des mitgeführten Gepäcks.

Fazit der Kontrollen: «Wir fanden bei den durchsuchten Personen weder Waffen noch pyrotechnisches Material», sagt Wolfgang Wenger, Pressesprecher der Polizei München im Gespräch mit az.

Die Münchner Polizei führt diesen Umstand nicht zwingend darauf zurück, dass die Fans friedlich waren – im Gegenteil: «Die Fans wussten, dass die Polizei präsent sein wird. Das hat dazu geführt, dass keine Waffen oder Pyrotechnik mitgeführt wurden».

«Wir dulden in unserer Stadt keine Eskalation»

Derweil weist Wenger den Vorwurf, unverhältnismässig gegen die Supporter des FC Basel vorgegangen zu sein, von sich. Zum einen sei es bei den Personenkontrollen zu keinen Zwischenfällen gekommen. «Es war keine aggressive Stimmung spürbar».

Darüber hinaus wolle die Polizei die Supporter nicht provozieren. «Aber die Botschaft muss klar sein: Wir dulden in unserer Stadt keine Eskalation».

«Zum anderen hatten wir im Vorfeld der Partie Kenntnis davon, dass gewaltbereite Fans nach München kommen würden. Ein Grossteil dieser Personen sass im ersten Sonderzug. Deshalb wurde dieser kontrolliert», sagt Wenger.

Alkoholisiert in Richtung Altstadt

Da die Polizei München laut Wenger keine Hinweise darauf hat, dass sich weitere Ultras im zweiten Sonderzug befinden, verzichten die Behörden auf einen weiteren Zugriff. «Wir behalten die Fans aus diesem Zug jedoch im Auge».

Nach den Kontrollen am Bahnhof marschierten die Fans des FC Basel laut Wenger als erstes in Richtung Münchner Altstadt.

Auf dem Weg dorthin wurden sie von Spezialeinheiten der Polizei begleitet. «Wir werden die Fans den gesamten Tag begleiten», stellt Wenger klar. Dies sei auch nötig, da viele der angereisten Fans unter Alkoholeinfluss stünden.

Aus diesem Grund empfiehlt die Polizei München den Wirten zudem den Ausschank von Alkohol einzuschränken oder ganz einzustellen, sollte es zu Randalen kommen.

750 Polizisten im Einsatz

Um im Vorfeld der Partie zwischen Basel und München die Sicherheit der Stadt und der Bevölkerung zu gewährleisten, betreibt die Münchner Polizei einen immensen personellen und finanziellen Aufwand.

Wenger bestätigt denn auch, dass sich über den ganzen Tag hinweg gegen 750 Polizeikräften im Einsatz befinden.

Über die Kosten möchte Wenger jedoch nicht sprechen. Ob Kosten im Einzelfall auf Straftäter umgelegt werden können, müsse jeweils geprüft werden.

Sollen die Klubs für Verwüstungen zahlen?

Das Vorgehen der Behörden in München heizt indes die Diskussion über den Umgang mit Ultras und Hooligans in Schweizer Zügen erneut an. Die SBB klagt darüber, dass Fussballfans jedes Jahr drei Milliionen Franken Schaden an ihren Zügen anrichten. Diese Summe sollen nach dem Willen der SBB die Klubs übernehmen.

Davon will FCZ-Präsident Ancillo Canepa nichts wissen. Auch Thomas Grimm - Chef der Swiss Football League - wehrt sich gegen diese Idee. «Die Swiss Football League und die Klubs haben keine rechtliche Verantwortung für Schäden, welche so genannte Fans in Zügen, Raststätten oder auf dem Weg zum Stadion verursachen».

«Modell Holland» hat sich bewährt

Zur Erinnerung: Holland bekam das Hooligan-Problem jahrelang nicht in den Griff. Inzwischen hat das Land die Lage wieder unter Kontrolle. Der Grund: Die Fans dürfen nur zu Auswärtsspielen anreisen, wenn sie sich mit einer Eventkarte registriert haben. Damit nicht genug: Nur Personen die im Extrazug anreisen, dürfen ins Stadion.

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