«Was hier passiert, ist fast nicht zu glauben», kommentierte GC-Präsident Stephan Anliker das Skandalspiel vom Sonntag in Sitten. Die Partie zwischen dem FC Sion und dem Tabellenletzten GC musste nach 56 Minuten beim Stand von 0:2 für das Heimteam abgebrochen werden.

Schuld daran waren aufgebrachte Chaoten im Gästesektor. Wiederholt schossen Anhänger der Grasshoppers Feuerwerkskörper auf den Rasen. Schiedsrichter Lionel Tschudi unterbrach das Spiel drei Mal – schliesslich hatte er keine andere Wahl mehr: «Die Sicherheit für die Spieler konnte nicht mehr gewährleistet werden».

Mögliche Konsequenzen für die Klubs

Dem Fussball-Rekordmeister aus Zürich droht eine 0:3-Forfait-Niederlage sowie eine hohe Geldstrafe. Aber auch Sion kommt vermutlich nicht ungeschoren davon. Die Walliser tragen die Verantwortung für die Stadionsicherheit.

Laut einem Bericht vom «Blick» könnten die Strafen ähnlich ausfallen wie beim «Skandal von Zürich». Während des Stadtzürcher Derbys vom 2. Oktober 2011 warf ein FCZ-Anhänger eine brennende Fackel in den GC-Fansektor. Das Spiel musste in der Folge abgebrochen werden. Es grenzt an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde.

In der Folge wurde der FC Zürich mit einer 0:3-Forfaitniederlage bestraft sowie beiden Teams eine Geldstrafe von je 50'000 Franken auferlegt. Desweiteren fand das nächste Derby ohne Zuschauer statt.

 
Der Pyro-Werfer wurde 2015 nach einem langen juristischen Verfahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten und 500 Franken Busse verurteilt. Sollten die Fackelwerfer vom gestrigen Spiel identifiziert werden, dürften ihnen ebenso Geld- und Gefängnisstrafen drohen.

Wie geht es weiter?

Die Disziplinarkommission der Schweizer Super League wird sich nun dem Fall annehmen. 2011 wurde nach sechs Wochen ein Urteil gefällt. Laut dem «Blick» dürfte es diesmal wesentlich schneller gehen.

Liga-Präsident Claudius Schäfer hat sich nach dem Spiel in einem Interview mit Teleclub zum Vorfall geäussert: «Wenn Pyros geworfen werden, dann gefährdet man Spieler.» Der Fall müsse nun sehr schnell behandelt werden. (vom)