Dank dem Vollerfolg über die bereits ausgeschiedenen Bulgaren rückte das Team von Ottmar Hitzfeld in der EM-Qualifikationsgruppe G bis auf drei Punkte zum zweitplatzierten Montenegro auf und verbesserte seine Chancen auf den Barrage-Platz nochmals um einen grossen Schritt. Mit zwei weiteren Siegen über Wales und Montenegro am 7. und 11. Oktober wäre die Teilnahme an den Barrage-Runde im November mit grösster Wahrscheinlichkeit gesichert. Gruppenleader England braucht im Minimum noch einen Punkt, um sich für die EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine zu qualifizieren. Das Team von Fabio Capello gewann zu Hause gegen Wales 1:0 und baute die Führung in der Gruppe G auf sechs Punkte aus.

Die 16'880 Zuschauer im Basler St.-Jakob-Park mussten eine Halbzeit lang um ihre Mannschaft bangen. Nach neun Minuten lagen die Gäste nach einem Treffer von Ivan Ivanov überraschend 1:0 in Führung. Diego Benaglio vermochte einen Kopfball von Stilian Petrov reflexstark nur noch vor die Füsse von Ivanov abzuwehren und dieser bekundete keine Mühe mehr, den Ball aus wenigen Metern über die Linie zu bugsieren.

Vor dem Pausenpfiff drehte Shaqiri auf

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff begann jedoch der grosse Abend von Shaqiri. Nach einem herrlichen Schweizer Angriff über sechs Stationen erzielte der Basler nach Doppelpass mit Eren Derdiyok den hochverdienten Ausgleich. Nach einer Stunde doppelte Shaqiri mit einem schönen Schlenzer in die weite Ecke zum 2:1 nach.

Danach war kaum noch am Schweizer Erfolg zu zweifeln, weil die Gäste unmittelbar nach dem zweiten Schweizer Tor um einen Spieler dezimiert wurden. Schivko Milanov wurde nach einem Foulspiel an Gökhan Inler zum zweiten Mal verwarnt. Es war die verdiente Strafe für die Bulgaren, die schon früh in der ersten Halbzeit auf Zeit zu spielen begannen. Der gute tschechische Schiedsrichter griff jedoch sofort durch und unterband diese Unsportlichkeiten mit gelben Karten. Erstmals bestraft dafür wurden die Gäste bereits durch Shaqiris ersten Treffer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.

Endgültig zum Superstar avancierte Shaqiri aber in der 90. Minute, als er einen Ball aus 18 Metern via Lattenunterkante in der linken hohen Torecke platzierte. Es war der verdiente Lohn für die herausragende Darbietung des Baslers, der bereits im Juni mit der U21 an der Nachwuchs-EM gross aufgetrumpft hatte.

Schweiz - Bulgarien 3:1 (1:1)

St.-Jakob-Park. - 16'880 Zuschauer. - SR Kralovec (Tsch). - Tore: 9. Ivanov 0:1. 45. Shaqiri (Derdiyok) 1:1. 62. Shaqiri (Mehmedi) 2:1. 90. Shaqiri 3:1.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Djourou, Senderos, Ziegler; Dzemaili, Inler; Shaqiri (92. Ben Khalifa), Granit Xhaka (88. Fernandes), Mehmedi (84. Emeghara); Derdiyok.

Bulgarien: Michailov; Milanov, Iliev, Ivanov, Zanev; Stilian Petrov, Sarmov; Georgiev, Popov, Martin Petrov (61. Gadschev); Genkov (70. Bodurov).

Bemerkungen: Schweiz ohne Barnetta, Stocker (beide verletzt), Behrami (gesperrt). Bulgarien ohne Delev (suspendiert), Manolev (Rücktritt) und Tuntschev (krank). Gelb-Rot: 65. Milanov (Foul). Verwarnungen: 30. Georgiev (Simulieren), 33. Milanov (Zeitspiel), 60. Djourou (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 63. Shaqiri (Torjubel).

England - Wales 1:0 (1:0).

Wembley, London. - SR Schörgenhofer (Ö). - Tor: 35. Young 1:0. - England: Hart; Smalling, Cahill, Terry, Ashley Cole; Milner, Lampard (73. Parker), Barry, Downing (79. Adam Johnson); Ashley Young Rooney (89. Carroll). - Wales: Hennessey; Gunter, Williams, Cahill, Blake, Taylor; Bale, Crofts, Collison (85. King), Ramsey, Ledley; Morison (68. Earnshaw).

Tabelle Gruppe G: 1. England 7/17. 2. Montenegro 6/11. 3. Schweiz 7/8. 4. Bulgarien 7/5. 5. Wales 6/3.