GC Zürich

Sforza: «Ab jetzt geht es darum, den Abstieg zu verhindern»

Neuenburgs Abdou Rahman Dampha tröstet Guillermo Vallori

Neuenburgs Abdou Rahman Dampha tröstet Guillermo Vallori

GC kassiert die vierte Niederlage in Serie. Nach dem 0:1 gegen Xamax wird das Saisonziel neu definiert. Die Zürcher erzielten seit 377 Minuten keinen Treffer mehr.

Ein konkretes Ziel gab er vor der Saison nicht vor. Ciriaco Sforza sprach nicht von Rang vier oder fünf. Das machten andere im Verein, was in der Öffentlichkeit eine Aufbruchstimmung suggerieren sollte. Obwohl sich Sforza raus hielt, hatte auch er die Hoffnung, dass sich die positive Entwicklung des Teams, von der er so häufig spricht, auch in der Tabelle bemerkbar macht. Gestern ist Sforza nun zur Erkenntnis gelangt: «Ab jetzt geht es darum, den Abstieg zu verhindern.» Dann ergänzte er mit reichlich Pathos: «Ich werde alles dafür geben, damit der Verein, dem ich so viel zu verdanken habe, in der Super League bleibt.»

Seit 377 Minuten keinen Treffer mehr

Zum Glück für GC spielt auch noch Lausanne in der Super League. Die Fakten der Krise sprechen für sich. GC hat das vierte Spiel in Serie verloren. GC hat seit 377 Minuten keinen Treffer mehr erzielt. Fünf der acht erzielten Treffer hat Innocent Emeghara geschossen, doch dieser spielt nun in Frankreich für Lorient. Aus dem gestrigen Auftritt zu schliessen fällt die Vorstellung schwer, wie dieses GC den Weg aus der Krise finden kann. Auch wenn Sforza besänftig: «Keine Angst. Der Trainer hat genug Hoffnung und Energie.»

Schein ist wichtiger als das Sein

Zu schwer wiegen die fussballerischen Defizite, um an einen Turnaround zu glauben. Dazu drei Beispiele: Der brasilianische Aussenverteidiger Bertucci läuft mit dem Ball am Fuss 50 Meter über den Platz, verpasst das Abspiel, läuft sich fest und spielt dann den Ball ins Aus. Oder Zuber: Dieser killt mit einem unbedarften Absatztrick eine ausgezeichnete Konterchance. Und später will er einen Freistoss aus 18 Metern mit einem Schritt Anlauf ins Tor zaubern, verschiesst aber kläglich. Solche Lässigkeiten dürfen sich Spieler von Weltformat wie ein Messi leisten – und das auch nur, wenn sie den Freistoss verwandeln – aber bestimmt kein Steven Zuber. Mit solchen Aktionen zementieren die Hoppers den Eindruck, dass der Schein wichtiger ist als das Sein.

GC-Berater Alain Sutter kann nachvollziehen, dass man zu diesem Schluss kommt. «Doch es ist nicht so, wie es scheint. Der Eindruck, die Spieler würden die aktuelle Situation falsch einschätzen, ist nicht richtig. Das Gegenteil ist der Fall. Der Druck ist dafür verantwortlich, dass sie häufig die falschen Entscheidungen treffen.» Was zur Folge habe, dass sie zu wenig sorgfältig in Situation agieren, in denen sie durch kleine Erfolgserlebnisse wie einen gelungenen Pass oder einen gewonnenen Zweikampf an Selbstsicherheit gewinnen könnten.

GC gegen Xamax - Not gegen Elend

GC gegen Xamax. Im Vergleich dazu ist ein Tag in der Rekrutenschule ein Wellness-Aufenthalt. Allein der Rahmen mit bloss 3000 Zuschauern im Leichtathletik-Stadion Letzigrund ist eine traurige Geschichte. Und dann dieses Gekicke. Not gegen Elend. Xamax hat keine Mannschaft. GC keine Klasse. Doch den Neuenburgern reichen zwei Chancen, um das Spiel zu entscheiden. Uche führt einen Freistoss schnell aus, während Täter Lang mit dem Schiedsrichter hadert. Ex-Hopper Haris Seferovic markiert vier Minuten nach seiner Einwechslung in der 75. Minute das 1:0. GC kommt zu drei Möglichkeiten. Feltscher scheitert zweimal und Freuler trifft aus 25 Metern das leere Tor nicht. «Nach diesem Spiel zu urteilen habe ich nicht mehr viel Hoffnung», sagt Sutter.

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