FC Basel
Serey Die: «Ich wollte in der Schweiz bleiben und hier beim besten Klub spielen»»

FCB-Neuzugang Geoffroy Serey Die hat stets gehofft, dass der FC Basel ihm ein Angebot unterbreitet – und als es dann kam, hatte er sofort den Tunnelblick: «Ich will zum FCB!» In Rotblau will Die Meister werden – und vielleicht seine Frisur überdenken

Sebastian Wendel, Estepona
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Geoffroy Serey Die befindet sich auf juristischem Zickzack-Kurs.key

Geoffroy Serey Die befindet sich auf juristischem Zickzack-Kurs.key

Er hätte in Katar viel Geld verdienen oder zu Lazio Rom wechseln und dort die grosse Bühne der Serie A betreten können. Doch als Geoffroy Serey Die, der mit vollem Namen Sereso Geoffroy Gonzaroua Die heisst, im letzten Dezember vom Angebot des FC Basel erfuhr, hatte er ab sofort den Tunnelblick: «Ich will zum FCB!» Insgeheim hat er immer gehofft, dass sich dereinst der Ligakrösus bei ihm melden würde. «Ich wollte in der Schweiz bleiben und hier beim besten Klub spielen.»

In Basel, so der vom FC Sion gekommene 28-jährige Ivorer, könne er endlich Meister werden. «Ich habe gespürt, dass es der richtige Moment für den nächsten Schritt ist.» Er hätte kein Problem damit gehabt, im Wallis zu bleiben. «Doch ich musste auch auf mich schauen. Wenn ein so grosser Klub wie Basel anfragt, kann man nicht ‹Nein› sagen.»

Constantin als Vaterfigur

Das Wallis zu verlassen, sei dennoch schwer gewesen. Er habe dem Klub und allen voran Präsident Christian Constantin viel zu verdanken. «Er hat mich vor fünf Jahren in die Schweiz geholt und war für mich da, wenn ich Probleme hatte. Ja, man kann von einer Vater-Sohn-Beziehung sprechen.» Aber mit anderen Personen rund um den Klub sei es nicht einfach gewesen. «Sie waren eifersüchtig, weil ich es mit dem Präsidenten gut hatte.» Mehr will Serey Die dazu nicht sagen. Nur noch dies: «Bei Basel ist alles viel professioneller als bei anderen Klubs.»

Auch bei seinem neuen Arbeitgeber hat er Beziehungspersonen gefunden. Neben Landsmann Gilles Yapi, mit dem er im Trainingslager in Spanien das Zimmer teilt, verbringt er viel Zeit mit Jacques Zoua und Cabral. «Sie haben mir alles gezeigt und mir sehr geholfen bei der Integration.» Auch Trainer Murat Yakin, Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor bezeichnet er nach nur einem knappen Monat in Basel als «wichtige Menschen in meinem Leben. Sie kümmern sich um mich. Ich werde alles tun, damit ich sie nicht enttäusche.»

Ist Serey Die ein Problemkind? «Nein», antwortet er entschieden. «Nicht, wenn ich mich wohlfühle.» Sonst, wie er selber sagt, läuft er Gefahr, die Nerven zu verlieren. So wie am 2. Mai 2012, als er während der Partie in Lausanne einen Balljungen ohrfeigte. «Ich schäme mich für das», sagt der Vater einer Tochter. «Aber es ist Vergangenheit. Ich glaube, dass mir so etwas in Basel nicht passieren wird.»

Kommen die rotblauen Haare?

Wenn der FC Basel in der Super League am 10. Februar zur Aufholjagd auf die Grasshoppers startet, dürfte Serey Die in der Startformation stehen. Gegner ist ausgerechnet der FC Sion. Was andere, die mit der gleichen Situation konfrontiert sind, beschäftigt, lässt ihn kalt. «Das ist ein Thema für die Medien. Ich bin Spieler beim FCB und werde meinen früheren Kollegen keine Geschenke verteilen.»

Nachdem er eine gute Viertelstunde gesprochen hat, scheint Serey Die genug zu haben. Was er auch bestätigt: «Ich will nicht zu viel reden. Erst einmal muss ich spielen und Meister werden.»

Bevor wir ihn gehen lassen, wollen wir noch das Geheimnis hinter seiner speziellen Frisur erfahren. Serey Die lacht und sagt: «Es gibt kein Geheimnis, es gefällt mir einfach. Herr Heusler (FCB-Präsident; d. Red.) hat mir gesagt, ich solle den blonden Streifen rot und blau färben. Wenn wir Meister werden, mache ich es. Versprochen.»