WM 2018

Serben-Juwel: Für 120 Millionen gibt es nur ein Bein von Milinkovic-Savic

Sergej Milinkovic-Savic – der teuerste Mann im Kader von Serbien.

Sergej Milinkovic-Savic – der teuerste Mann im Kader von Serbien.

Sergej Milinkovic-Savic ist im Kader des Schweizer Gruppengegners Serbien der spektakulärste Spieler – und der teuerste. Ein 100 Millionen-Angebot soll Lazio bereits abgelehnt haben. Im Spiel gegen die Schweiz soll der Serbe von Behrami gestoppt werden.

Trotz erst fünf Länderspielen feilschen die europäischen Topclubs bereits heftig um die Dienste des Mittelfeldmanns von Lazio Rom. Dass Sergej Milinkovic-Savic einst Profisportler werden würde, hatten die Gene vorherbestimmt. Vater Nikola verdiente sein Geld als Fussballer unter anderem in Portugal, Spanien und Österreich.

Mutter Milijana spielte in jungen Jahren in Jugoslawiens höchster Liga Basketball. Im Jahre 1995, als Vater Milinkovic gerade beim katalanischen Club Lleida kickte, erblickte Sohn Sergej das Licht der Welt. Deshalb besitzt dieser neben dem serbischen auch einen spanischen Pass und trägt nach iberischem Brauch den Familiennamen beider Eltern.

2006 zog die Familie wieder zurück nach Serbien. In Novi Sad, der zweitgrössten Stadt des Landes, wuchs der Sohnemann beim FK Vojvodina auf. Das «Sportvirus» der Eltern übertrug sich auch auf Sergejs jüngeren Bruder Vanja, der als Torhüter momentan bei Torino unter Vertrag steht. Der Weg Sergejs führte 2014 zuerst nach Belgien zum KRC Genk.

Torgefährlichster Mittelfeldspieler

Im Sommer 2015 war Milinkovic einer der Protagonisten beim Weltmeistertitel von Serbiens U20-Nationalmannschaft und wechselte daraufhin für 10 Millionen Euro zu Lazio Rom. Innerhalb dreier Jahre reifte der heute 23-Jährige zu einem der torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Serie A heran.

In der abgelaufenen Saison war Lazios Nummer 21 mit 12 Meisterschaftstoren gar der treffsicherste Mittelfeldspieler der Liga. An guten Tagen kann ihn fast niemand stoppen, besonders dann nicht, wenn sein bulliger Körper mal Tempo aufgenommen hat. Bereits als Junior erhielt er den Spitznamen «Das Erdbeben».

Beidfüssig, dribbelstark und mit einem harten Schuss ausgestattet, kann Milinkovic sowohl aus der Distanz Tore erzielen, wie auch dank der Körpergrösse von 1,91 m wuchtige Kopfbälle platzieren. Die Tifosi von Lazio nennen ihn wegen der Statur und des militärischen Kurzhaarschnitts «Il Sergente» (Feldweibel). Vater Nikola sagt, sein Sohn sei «ein Mix zwischen Ibrahimovic und Zidane».

Ein wortkarger Partyheld

Im Training gilt er als äusserst akribischer und seriöser Arbeiter. Während eines Spiels kann er jedoch auch mal völlig untertauchen. Gegenüber der Öffentlichkeit gibt sich der Slawe oft unnahbar und verschlossen. Interviews gibt er selten bis gar nicht. Entweder redet sein Vater oder sein Berater Mateja Kežman.

Milinkovic vergnügt sich derweil lieber mit seiner serbischen Freundin Nataliya in den angesagten Bars der Ewigen Stadt. Es ist allerdings nicht sicher, ob sich Milinkovic dem «Dolcefarniente» in Rom noch lange hingeben wird. Trotz Vertrag bis 2022 (Jahresgehalt 1,8 Millionen Euro) häufen sich Anfragen von Europas Eliteclubs.

Die Vereinsführung von Lazio will Milinkovic-Savic nicht ziehen lassen.

Die Vereinsführung von Lazio will Milinkovic-Savic nicht ziehen lassen.

Lazios Präsident Claudio Lotito gilt allerdings als harter Verhandlungspartner. 2004 rettete der kauzige Römer Reinigungsunternehmer den hochverschuldeten Verein mirakulös vor dem Bankrott. Mittlerweile gilt die «Società Sportiva Lazio» bezüglich Wirtschaftlichkeit als einer der Musterschüler der Serie A.

Eine Offerte über 100 Millionen Euro (angeblich von Manchester United) lehnte Lotito im letzten Sommer dankend ab. Nun zeigen Juventus Turin, Real Madrid und Barcelona grosses Interesse am serbischen Shootingstar. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Milinkovic für 120 Millionen Euro verkaufen würde, antwortete Lotito jüngst: «Für 120 Millionen pro Bein, ja.»

Behrami soll ihn stoppen

Dabei hat Milinkovic noch keine einzige Minute in der Champions League gespielt. Die WM in Russland ist sein erstes internationales Turnier, nach insgesamt erst fünf Länderspielen. Nationaltrainer Slavoljub Muslin fand in seinem Spielsystem keine Verwendung für den Jungstar. Wohl auch deshalb wurde der Trainer im November überraschend entlassen.

Der neue «Selektor», Mladen Krstajic, lässt Milinkovic auf dessen Lieblingsposition gleich hinter der nominell einzigen Sturmspitze Mitrovic agieren. Es wird die Aufgabe von Ex-Lazio-Spieler Valon Behrami sein, dafür zu sorgen, dass Milinkovics Marktwert während des Duells mit der Schweiz nicht weiter ansteigt.

Meistgesehen

Artboard 1