Der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter hat das WM-Vorrundenspiel zwischen Portugal und Marokko am Mittwoch im Moskauer Luschniki-Stadion verfolgt. Der Walliser sass auf der Tribüne für Business-Gäste, bestätigte Blatters Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Danach zog es den Ex-Präsidenten schnell wieder in sein Moskauer Luxushotel St. Regis zurück. Aber was heisst schon Ex? «Ich bin noch immer Präsident, aber eben suspendiert», betonte der noch bis 2021 gesperrte Blatter vor der Partie beim russischen Sender RT. Er sehe die WM in Russland auch ein bisschen als seine Weltmeisterschaft an, sagte Blatter. Bei der Vergabe vor acht Jahren war er noch im Amt, damals standen er und Wladimir Putin Seite an Seite.

Blatter, der eine sechsjährige Sperre absitzt, war nicht auf den TV-Bildern zu sehen. Ein Treffen von Putin mit Blatter schloss der Kreml für dessen Zeit in Russland nun nicht ausdrücklich aus. Kremlsprecher Dimitri Peskow betonte aber der Agentur Tass zufolge am Mittwoch, Blatter sei zu einem privaten Besuch in Russland.

Ein offizielles Treffen sei daher nicht vorgesehen, sämtliche mögliche Begegnungen Blatters hätten ausschliesslich privaten Charakter. Trotz der Sperre ist es Blatter gemäss FIFA-Statuten erlaubt, einen WM-Match zu besuchen.

Der langjährige FIFA-Chef war am Dienstagabend in Moskau angekommen, am Freitag will er dann in St. Petersburg das Duell von Rekordweltmeister Brasilien mit Costa Rica verfolgen.