Nur mit Boxershorts, Socken und warmen Hausschuhen bekleidet und mit einem etwas mulmigen Gefühl steige ich in diesen mit beigem Leder ausstaffierten Tank. Hajdi Drikic schliesst die Türe und startet das Gerät.

Doch beginnen wir am Anfang. Nachdem uns am vergangenen Wochenende die in den sozialen Medien verbreiteten Fotos von Gareth Bale und Yann Sommer erreichten, die sich bei minus 162 beziehungsweise 193 Grad Celsius von den Strapazen der Spiele erholten, wollten wir es genau wissen: Wie fühlt sich diese frostige Behandlung in der Kryosauna bloss an?

Spezielle Vorbereitungen benötigt der Gang in die Kälte keine. Nur etwas wird mir empfohlen: Ich solle mich nach meiner morgendlichen Dusche nicht eincremen, sagt mir Inhaberin Hajdi Drikic bei meinem vorgängigen Anruf im Fitnessstudio BodyUp in Aarau – einem von nur wenigen Studios in der Schweiz, die überhaupt über die moderne Variante der Eistonne verfügen.

Zurück in die Kryosauna: Zuerst fährt der Boden in die Höhe, bis mein Kopf über den Rand des Geräts herausragt. Dann kommt die Kälte. Flüssiger Stickstoff wird von Düsen schubweise ins Kabineninnere geblasen. Es wird kalt, so richtig kalt.

Spätestens jetzt bin ich froh um die Hausschuhe: Sie schützen meine Zehen, an denen das Fettgewebe nicht als Schutz gegen die Kälte ausreicht. Für einen kurzen Moment beginne ich mit den Zähnen zu klappern. Auch mein Körper zittert ein wenig. Wir stehen bei fast minus 100 Grad Celsius.

Es klingt irgendwie unglaublich, aber mein Körper hat sich offenbar auf die wahnsinnige Kälte eingestellt. Es ist kein unangenehmes Gefühl, das sich in mir breit macht.

Nach dem letzten Stickstoff-Schub zeigt die Temperaturanzeige minus 165 Grad Celsius an. Nach rund zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Ich fühle mich gut und irgendwie voller Energie.