Warum? Weil er bei den Spielern das Feuer neu entfachen wird. Weil er sein Team intern starkreden wird. Weil Forte einer ist, der Spieler davon überzeugen kann, besser zu sein, als sie es eigentlich wären. Er ist eine gute Wahl.

Uli Forte hat die Möglichkeit, innert kürzester Zeit zu einem kleinen FCZ-Held zu werden. Dann nämlich, wenn er den Ligaerhalt sichert und danach auch noch den Cup gewinnt. Bei allen Rätseln, die dieser FCZ derzeit aufgibt, bei aller Skepsis über die unfassbaren Vorgänge in diesem Verein – ein solches Ende dieser Saison ist möglich.

Ja sogar wahrscheinlich. Aber genau darin liegt schon das nächste Problem. Denn es bestünde die Gefahr, dass erneut grosszügig über die vielen Probleme hinweggesehen wird.

Damit der Patient FC Zürich dauerhaft gesunden kann, braucht es einen Neubeginn auf vielen Ebenen. Angefangen bei der Struktur. Der FCZ leidet unter der Alleinherrschaft des Ehepaars Canepa. Er leidet mehr als dass er von dessen Geld profitiert. Vor allem aber bräuchte der FCZ mehr Persönlichkeit.

Mit Forte an der Seitenlinie ist ein erster Schritt getan. Nur genügt das kaum. Dass jüngst viele junge Talente den FCZ verliessen, ist alarmierend. Der FCZ braucht dringend einen Sportchef, ein Korrektiv zum emotionsgeleiteten Präsidentenpaar. Eine Erneuerung des Kaders ist ebenfalls unumgänglich.

Es fehlen Führungsspieler, einer wie Kim Källström von Stadtrivale GC zum Beispiel. Es fehlt ein guter Torhüter. Es fehlt aber auch eine taugliche Achse. Nur wenn diese Probleme schleunigst angepackt werden, hat Forte beim FCZ eine echte Chance.