Wie geht es für die Nationalmannschaft nun weiter?

Länderspieltechnisch hat die Schweiz bis März Winterpause. Der nächste Termin ist am 2. Dezember in Dublin, dann findet die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020 statt. Hiefür werden 55 Uefa-Nationen in sechs Lostöpfe eingeteilt und in zehn Gruppen gelost. Weil die Resultate der Nations League zählen, ist die Schweiz in Lostopf eins und damit als Gruppenkopf gesetzt, wobei sie als Final-Four-Teilnehmer die EM-Qualifikation im nächsten Jahr in einer Fünfergruppe absolviert. Schliesslich qualifizieren sich die besten zwei Teams pro Gruppe für die EM, die 2020 in zwölf Städten ausgetragen wird. Verpasst die Schweiz den direkten Weg ans Turnier, hat sie eine letzte Möglichkeit über die Barrage-Spiele im März 2020; den Platz für diese Partien hat sie – dank der Nations League – bereits auf sicher.

Schweiz gewinnt 5:2 gegen Belgien – alle Tore im Video

Schweiz gewinnt 5:2 gegen Belgien – alle Tore im Video

Die Schweiz gewinnt 5:2 gegen Belgien und qualifiziert sich für das Finalturnier der Nations League.

Die Schweiz hat ihre Gruppe in der Nations League gewonnen. Notabene in der höchsten Liga A. Wie geht es dort weiter?

Einen Tag später werden am 3. Dezember – ebenfalls in Dublin – die Halbfinalpaarungen für das Final Four in Portugal ausgelost. Mögliche Gegner sind England, der Gastgeber, Weltmeister Frankreich oder Holland; also alle vier Gruppensieger der Liga A, die Crème de la Crème sozusagen. Die Halbfinals werden am 5. und 6. Juni in Porto und Guimarães ausgetragen, die Finalspiele am Sonntag darauf, dem 9. Juni.

Was gibt es zu gewinnen in der Nations League?

Diese Frage kommt immer wieder. Natürlich ist die Nations League nicht zu vergleichen mit einer WM oder EM. Aber es geht ums Prestige, man misst sich mit Topnationen, holt Erfahrung, gewinnt Selbstvertrauen. Oder man fällt, wie Deutschland, noch tiefer. Überdies kann der Schweizer Verband mit der Nations League maximal 7,5 Millionen Euro einnehmen. Als Antrittsgage in der Liga A und für den Gruppensieg sind ihm bereits drei Millionen Euro sicher. Gewinnt die Schweiz das Turnier in Portugal, kommen weitere 4,5 Millionen Euro dazu. Zusätzlich entschädigt die Uefa den Vierten des Final Four mit 1,5 Millionen Euro, den Dritten mit 2,5 Millionen und den Unterlegenen des Finals mit 3,5 Millionen.

Wer sind die Verlierer auf Schweizer Seite nach der Nations League?

Vladimir Petkovic wollte den Konkurrenzkampf schüren und verzichtete auf arrivierte Kräfte, die Medien nannten es einen sanften Umbruch. Jedenfalls hat rein fussballtechnisch Blerim Dzemail und Gelson Fernandes im Nationalteam niemand vermisst. Vielleicht fehlt manchmal die Präsenz eines Valon Behrami, doch seine Rückkehr ist ausgeschlossen, auch weil die Hierarchie gerade neu gefunden worden ist. Stephan Lichtsteiner wäre von der Mentalität her noch Gold wert, spielerisch ist die nächste Generation mit Kevin Mbabu und Michael Lang aber parat. Es fragt sich überdies, was eine Rückkehr Johan Djourous bringen könnte – er steht in der Innenverteidigung hinter Manuel Akanji, Fabian Schär und Nico Elvedi. Ein Verlierer ist auch Marwin Hitz, der vor der WM die Prioritäten anders setzte. Ein weiterer WM-Torschütze Josip Drmic – er ist bei Gladbach und folglich im Nationalteam zwischen Stuhl und Bank gefallen.

Wer sind die Gewinner?

Ganz klar: Haris Seferovic, Granit Xhaka, Manuel Akanji, Xherdan Shaqiri, Ricardo Rodriguez, Kevin Mbabu. Und Yann Sommer. Sie bilden das künftige Gerüst der Schweiz, und Xhaka ist ihr klarer, allseits akzeptierter Captain; gerade deswegen drängt sich die Frage auf, ob Petkovic die neue Hierarchie mit einer Rückkehr des angestammten Captains Lichtsteiner durcheinanderwirbeln will. Offensiv bleibt Shaqiri das Herz der Schweiz, Liverpool bekommt ihm offensichtlich bestens.

Was ist vom Heusler-Bericht zu erwarten?

Viel. Sehr viel sogar. Auch wenn nach dem formidablen Schlussbouquet gegen Belgien alles im Lot scheint. Die WM und ihre Vorkommnisse haben gezeigt, dass ein leistungsorientierter Wandel stattfinden muss. Also tut der Verband gut daran, die Veränderungen umzusetzen, die Berater Bernhard Heusler und Georg Heitz nach eingehender Prüfung in den nächsten Tagen dem Zentralvorstand vorschlagen. Damit der Reformwille, den man beispielsweise in Sachen Kommunikation und Führung verkündet hat, nicht nur Gerede war. Was für die Spieler gilt, muss ebenfalls für die Herren in den Anzügen gelten: Auch sie müssen sich an ihren Worten messen lassen.

Bernhard Heusler weiss, wie der Fussball funktioniert. Dieses Wissen soll er dem Schweizer Fussballverband vermitteln.

Bernhard Heusler weiss, wie der Fussball funktioniert. Dieses Wissen soll er dem Schweizer Fussballverband vermitteln.