Europa League

Schweizer Teams wollen sich gute Ausgangslage verschaffen

YB und FCB im Europacupeinsatz

YB und FCB im Europacupeinsatz

Basel gegen Spartak Moskau und YB gegen Zenit St. Petersburg wollen sich heute in den Sechzehntelfinal-Hinspielen der Europa League eine gute Ausgangslage für die Rückspiele in Russland erarbeiten.

Für den FC Basel beginnen mit dem ersten Duell gegen den Vierten der letzten russischen Meisterschaft "englische Wochen". Der Tabellenführer in der Super League bestreitet heute das erste von sechs Spielen innerhalb von 18 Tagen. Neben dem Rückspiel in einer Woche in Moskau stehen für den Schweizer Meister auch in der Meisterschaft gegen Sion, Luzern und Zürich wegweisende Spiele auf dem Programm. Und im Schweizer Cup, dem dritten Wettbewerb, in dem der FCB auch nach der Winterpause noch vertreten ist, wollen die Rot-Blauen Anfang März einen weiteren Schritt in Richtung Titelverteidigung machen.

Die steigende Belastung bereitet FCB-Trainer Thorsten Fink keine Sorgen. "Für mich sind die vielen Spiele mehr Segen als Fluch", so der Dortmunder, der sein Personal auf einigen Positionen rotieren lassen wird. "Damit kann ich allen Spielern zeigen, dass ich auf sie zähle." Die Mannschaft ist sich die Mehrfachbelastung gewohnt, das hat sie in der Vorrunde bewiesen, als sie den Spagat zwischen Champions League und Meisterschaft geschafft hat. "Dafür muss ich ihr ein Kompliment machen", so Fink. Denn im Gegensatz zur jetzigen Situation sei die Ausgangslage in der Vorrunde aufgrund der späten Rückkehr der WM-Teilnehmer viel schwieriger gewesen.

Fink muss heute im St.-Jakob-Park neben Innenverteidiger Beg Ferati (Bänderverletzung) und Aleksandar Dragovic (nicht spielberechtigt) aller Voraussicht nach auch auf Benjamin Huggel verzichten. Der Routinier leidet an einer Entzündung des Innenbandes im Knie. Noch nach der Auslosung im Dezember schob Fink die Favoritenrolle den Russen zu, nun revidierte der 43-Jährige seine damalige Aussage. "Es werden zwei sehr enge Spiele. Wir werden sicher nicht durchmarschieren, Spartak aber auch nicht." Der FCB habe den Vorteil, dass er schon zwei Ernstkämpfe bestritten habe. Für Spartak, das wie der FCB die Gruppenphase der Champions League auf Rang 3 abgeschlossen hatte, werden die beiden Duelle mit den Baslern die ersten Pflichtspiele seit Anfang Dezember sein.

Als Handicap für Spartak erweist sich das Fehlen von Stürmer Welliton, der nach einer Roten Karte in der Champions League in beiden Spielen gegen den FCB fehlen wird. Der Brasilianer wurde in der abgelaufenen russischen Meisterschaft mit 19 Treffern Torschützenkönig. Der bekannteste Spieler neben Welliton ist der irische Internationale Aiden McGeady, nachdem sich der frühere Bundesliga-Profi Iwan Saenko kürzlich mit Trainer Waleri Karpin überworfen hatte.

YB gegen russischen Double-Gewinner

Bei den Young Boys kehrte zuletzt wieder Ruhe ein. Die Berner gewannen ihre zwei bisherigen Partien deutlich (5:1 in Bellinzona, 4:2 gegen den FC Zürich) und werden plötzlich wieder als Herausforderer um den Meistertitel genannt. Das Team von Vladimir Petkovic will, auf welchem Weg auch immer, in der kommenden Saison wieder international vertreten sein. Ob dieses Vorhaben durch den Titel in der Axpo Super League, den Cupsieg, die Rangierung in der Meisterschaft oder sogar den Gewinn der Europa League umgesetzt wird, ist Petkovic egal. Der erfolgreiche Rückrundenstart war dem Berner Selbstvertrauen jedenfalls nicht abträglich. "Klar ist, dass Zenit der ganz klare Favorit ist", sagte David Degen. "Nicht nur im Spiel gegen uns, sondern in der Europa League." Dann fügte der Baselbieter, der nach zwei Spielsperren in der Meisterschaft gegen St. Petersburg erstmals in diesem Jahr spielen wird, noch folgende Aussage an: "Aber das beeindruckt mich nicht gross. Sie kochen auch nur mit Wasser."

Für Degen wäre ein 0:0 gegen den russischen Meister besser als ein 3:2. Dann würde YB am kommenden Donnerstag womöglich ein erzieltes Tor in der russischen Kälte reichen, um in die Achtelfinals einzuziehen. An den Gegner, dessen gewaltiges Budget oder die diversen ausländischen Spieler will der vierfache Europacup-Torschütze Degen noch keinen Gedanken verschwendet haben. "Was hat uns das zu interessieren?", fragte er rhetorisch. Schliesslich hat YB in dieser Saison gezeigt, dass es im Stade de Suisse mit europäischen Hochkarätern nicht nur mithalten, sondern diese auch schlagen kann. Nach dem 2:2 gegen Fenerbahçe Istanbul gab es gegen Tottenham (3:2), Getafe (2:0), Odense (4:2) und Stuttgart (4:2) lauter Siege -- und Spektakel zuhauf.

An diesen Leistungen will sich YB im Duell mit dem Schwergewicht der russischen Premier Liga orientieren. "Ein kleiner Vorteil für uns könnte sein, dass wir bereits im Rhythmus der Meisterschaft sind", mutmasste Trainer Vladimir Petkovic. In Russland nimmt die Liga ihr Monsterpensum erst Mitte März auf, wegen der Umstellung auf den zentraleuropäischen Kalender (an Stelle der Jahresmeisterschaft) wird die Saison 44 Spiele dauern und erst im Frühling 2012 zu Ende sein. "Zenit bestritt bislang nur Freundschaftsspiele, deshalb setze ich ein kleines Fragezeichen hinter die aktuelle Form", so Petkovic, der mit der "eigenen Stärke die sehr wenigen Schwächen des Gegners" ausnützen will.

Zenits ambitionierter Plan

Zenit durfte mit breiter Brust in die Schweiz reisen. Im letzten Jahr holte das Team des Italieners Luciano Spalletti auf souveräne Weise das Double. Was wiederum Spalletti veranlasste, bei der Meisterfeier bei minus 12 Grad in russischer Tradition, bis auf den um den Hals gehängten Rosenkranz, seinen Oberkörper zu entblössen und "die Kälte herauszufordern". Für Spalletti war der Titelgewinn, der zwei Runden vor Schluss bereits feststand, der erste als Cheftrainer.

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