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Schweizer Fussball-Nati: Ein Heer von Militärdienst-Untauglichen

Nur zwei Stammspieler von Ottmar Hitzfelds WM-Auswahl haben die RS absolviert. Die Nati ist ein «Heer von Untauglichen» ist. Der Fussballer des Jahres etwa, FCB-Star Benjamin Huggel, ist wegen Rückenproblemen dienstuntauglich.

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Vom Kader der 23 Natispieler der WM in Südafrika haben gerade mal sechs Sportler Militärerfahrung.

Vom Kader der 23 Natispieler der WM in Südafrika haben gerade mal sechs Sportler Militärerfahrung.

Keystone

Nur 2 Stammspieler von Ottmar Hitzfelds WM-Auswahl haben die RS absolviert: Alex Frei und Stéphane Grichting. Recherchen der Zeitung «Sonntag» zeigen, dass die Nati ein «Heer von Untauglichen» ist. Der Fussballer des Jahres etwa, FCB-Star Benjamin Huggel, ist wegen Rückenproblemen dienstuntauglich.

Sehstörung und Schlafwandel

Andere Spieler machen Sehstörungen geltend, und gemäss Recherchen vom "Sonntag" soll sich sogar ein «Schlafwandler» unter den Untauglichen befinden. Berücksichtigt man zudem die Ersatzspieler, zeigt sich: Von allen 23 für Südafrika nominierten Spielern haben nur 6 Militärerfahrung.

«Kein Problem, vom Militär wegzukommen»

Bernard Challandes, neuer FC-Sion-Trainer und zuvor beim FCZ und der U21-Nationalmannschaft, sagt gegenüber dem «Sonntag»: «Nach meiner Erfahrung ist es für einen jungen Fussballer kein Problem, vom Militär wegzukommen. Wenn einer nicht will, findet er eine Lösung.»

Dem widerspricht der Chef des militärärztlichen Dienstes Franz Frey: «Wir haben die Direktive, keine Sonderbehandlungen zu machen - und handeln entsprechend.» Bürgerliche Sicherheitspolitiker kritisieren den mangelnden Wehrwillen der Nati-Stars.

Der St. Galler CVP-Nationalrat Jakob Büchler, Präsident der sicherheitspolitischen Kommission (SiK), sagt: «Ich frage mich schon, warum diese Fussballer ihr grosses sportliches Können nicht auch fürs Vaterland einsetzen.» In anderen Sportarten sei dies möglich: «Skifahrer Carlo Janka und Skispringer Simon Ammann haben beide die Spitzensport-RS besucht - und sind danach Weltmeister geworden, haben Olympia-Gold geholt und den Gesamtweltcup gewonnen.»