Tranquillo Barnettas 1:0 (65.) fiel wenige Minuten nach einem Lattenschuss der Isländer. Und vor Mario Gavranovics 2:0 hatte Goalie Diego Benaglio mit einer mirakulösen Parade sein Team vor dem drohenden Ausgleich bewahrt. Die Schweiz musste sich ihren fünften Sieg im fünften Duell mit Island hart erarbeiten. Er war aber aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit durchaus verdient.

Barnettas Schuss in der 65. Minute senkte sich einer Erlösung gleich ins Tor der Isländer. Bei den chaotischen Szenen im Anschluss an einen Corner behielt Ricardo Rodriguez die Übersicht, fing einen Pass ab und Barnetta vollende mit einem Schlenzetr wunderbar. Der zehnte Länderspiel-Treffer des Flügels von Schalke sorgte dafür, dass die Schweiz so gut in eine Kampagne startete wie zuletzt unter Roy Hodgson. Wie im Anlauf für die WN 1994 und die EM 1996 gab es aus den ersten vier Partien drei Siege und ein Remis.

Für die Entscheidung sorgte dann Gavranovic. Der Tessiner, der an Stelle des gesperrten Eren Derdiyok in seinem fünften Einsatz erstmals von Beginn weg im Nationalteam auflief, brauchte den Ball elf Minuten vor Schluss nur noch über die Linie bugsieren, nachdem Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner ideal vorbereitet hatten. Für seine vier Tore hat FCZ-Stürmer Gavranovic sagenhafte 183 Minuten benötigt.

Während einer Stunde hatte die Schweiz im Laugarddalsvöllur nicht an die gute Leistung aus dem Heimspiel gegen Norwegen anknüpfen können. Sie startete bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt einigermassen schwungvoll, nach zwei frühen Abschlüssen fiel sie in eine lang anhaltende Baisse. Gegen die aufsässigen Isländer kamen zu wenige Impulse aus dem Mittelfeld. Ein Weitschuss von Captain Gökhan Inler (27.) und ein Abschluss von Granit Xhaka (35.) waren die einzigen nennenswerten Offensivaktionen.

Auf der Gegenseite verhinderte Goalie Diego Benaglio zweimal das 0:1. Er klärte den Freistoss von Gylfi Sigurdsson (13.) und einen Abschluss von Finnbogason (41.) spektakulär. Das Schussverhältnis von 4:1 zu Gunsten des Heimteams sagte einiges über die ofensive Harmlosigkeit der Schweizer vor der Pause aus. Am Ende interessierte dies aber niemanden mehr. Denn die Schweiz wird ihr Pensum im Jahr 2013 anm 23. März auf Zypern mit drei Punkten Vorsprung in Angriff nehmen. Auf Norwegen, das vier Tage nach em 1:1 in Bern gegen die Schweiz nun auswärts gegen Zypern 3:1 gewann.

Island - Schweiz 0:2 (0:0)

Laugardalsvöllur, Reykjavik. - 8369 Zuschauer. - SR Kelly (Irl). - Tore: 65. Barnetta (Rodriguez) 0:1. 79. Gavranovic (Lichtsteiner) 0:2.

Island: Halldorsson; Steinsson, Arnason, Ragnar Sigurdsson, Skulason; Gislason (70. Gudmundsson), Jonsson (81. Baldvinsson), Hallfredsson, Bjarnason; Gylfi Sigurdsson; Finnbogason.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner, Djourou, Von Bergen, Rodriguez; Behrami, Inler; Shaqiri (80. Dzemaili), Xhaka, Barnetta (91. Klose); Gavranovic (83. Mehmedi).

Bemerkungen: Island ohne Gunnarsson (gesperrt) und Danielsson (krank), Schweiz ohne Derdiyok (gesperrt). 61. Schuss von Bjarnason ans Lattenkreuz. Verwarnungen: 20. Jonsson (Foul). 31. Gislason (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 64. Steinsson (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 81. Benaglio (Unsportlichkeit/gegen Zypern gesperrt). 82. Arnason (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 84. Hallfredsson (Foul).