WM-Qualifikation
Schweiz in Topf 1: Diese Top-Teams muss die Nati vorerst nicht fürchten

Dank dem Sieg über Slowenien und Armeniens Schützenhilfe ist die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft an der WM 2014 in Brasilien definitiv in Topf 1 gesetzt.

Marcel Staudenmann
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Yann Sommer 6 In der ersten Halbzeit unterbeschäftigt. Im zweiten Abschnitt wurde er mit seinen Paraden zum Matchwinner. Wie eine Nummer 1.
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Michael Lang 4,5 Solider, unauffälliger Auftritt in seinem zweiten Pflichtspiel. Hat sich als Alternative zu Lichtsteiner bewährt.
Philippe Senderos 4,5 Hatte im Gegensatz zu seinem Partner Johan Djourou alles im Griff. Auf den Routinier ist Verlass.
Johan Djourou 3 Seine Fehlpässe waren ein grosses Ärgernis. Wirkte ungelenk und langsam. So bleibt er hinter Schär.
Schweiz gegen Slowenien: Die Noten der Spieler
Blerim Dzemaili 5 Der Napoli-Profi war sehr bemüht darum, offensive Impulse zu setzen. Bediente Xhaka vor dem 1:0.
Gökhan Inler 4,5 Souveräner Auftritt des Captains ohne nennenswerte Fehler. Toller Rush und Pass auf Seferovic (54.).
Tranquillo Barnetta 3,5 Wollte er zu viel? Der Frankfurt-Profi war überall unterwegs, rannte sich jedoch immer wieder fest.
Granit Xhaka 5 Ein diskreter Auftritt – bis zur 74. Minute. Sein Weltklassetor allein war das Eintrittsgeld wert.
Admir Mehmedi 3,5 Seine zwei Schüsse sorgten für erste Gefahr vor Handanovic. Tauchte in der zweiten Halbzeit komplett ab.
Haris Seferovic 4,5 Schoss wiederum kein Tor – was seine Leistung jedoch nur wenig schmälert. Ballsicher und gut im Passspiel.
Eren Derdiyok 4,5 Erster Länderspieleinsatz seit März. Kam für Seferovic und verpasste knapp eine Kasami Hereingabe
Pajtim Kasami 5 Kam in der 71. Minute für Barnetta. Gleich in den ersten 20 Länderspielminuten beweis er seine Klasse.
Gelson Fernandes Kam in der 87. Minute für Mehmedi. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.

Yann Sommer 6 In der ersten Halbzeit unterbeschäftigt. Im zweiten Abschnitt wurde er mit seinen Paraden zum Matchwinner. Wie eine Nummer 1.

Keystone

Als der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers mit dem Schlusspfiff den erkämpften Sieg 1:0-Sieg der Schweizer Nationalmannschaft gegen Slowenien besiegelte, richteten sich die Blicke der Stars sogleich nach Neapel: Das bereits als Gruppensieger feststehende Italien spielte gegen Armenien, das sich als Zweitletzter der Gruppe B jedoch kaum Chancen ausrechnen konnte.

Sollten die Italiener unerwartet Punkte gegen Armenien abgeben, würde die Schweiz dank dem Sieg gegen Slowenien in der Fifa-Weltrangliste nicht nur an den USA, Griechenland, Portugal, Kroatien, Holland und Brasilien vorbeiziehen, sondern auch an den Italienern. Somit wäre die Schweiz auf Weltranglistenposition 7 klassiert und bei der Auslosung der WM-Gruppen vom 6. Dezember in Topf 1 gesetzt, wodurch man den stärksten Mannschaften in der Gruppenphase aus dem Weg gehen könnte.

Und tatsächlich, nach dem überraschenden Pausenresultat von 1:1 zwischen Italien und Armenien konnte der Aussenseiter durch Dortmund-Star Henrikh Mkhitaryan auswärts sogar in Führung gehen. Obwohl Italiens «Enfant terrible» Mario Balotelli nur sechs Minuten später ausgleichen konnte, bewahrte dies die Italiener nicht vor der Blamage. Das 2:2-Schlussresultat freute nicht nur die Armenier, welche ihre bescheidene WM-Qualifikation mit einer kleinen Sensation abschliessen konnten, sondern auch die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft.

Trainer Ottmar Hitzfeld bekam die erfreuliche Nachricht aus Neapel noch während der Pressekonferenz des Slowenien-Spiels. «Das lässt mich jetzt gleich ruhiger schlafen und die Vorfreude auf die WM in Brasilien nimmt damit natürlich noch zu.»

Die nun definitiv in Topf 1 gesetzte Schweiz kann somit in der Gruppenphase der Weltmeisterschaften nicht auf Top-Teams wie Brasilien, Spanien, Argentinien oder Deutschland treffen. Italien wäre ein möglicher Gegner für die Schweiz, da es nicht in Topf 1 ist. Auch auf die starken Kolumbianer und das aufstrebende, extrem talentierte Team der Belgier können die Schweizer Fussball-Stars nicht treffen. Hitzfeld meinte dazu nur: «Natürlich ist es ein Vorteil, anfangs den grossen Nationen aus dem Weg gehen zu können, aber dann treffen wir halt zu einem späteren Zeitpunkt auf sie.»