WM-Qualifikation

Schweiz gewinnt gegen Europameister Portugal: Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist

Nicht nur die Stürmer überzeugen gegen Portugal.

Nicht nur die Stürmer überzeugen gegen Portugal.

Die Schweiz hat ein Stürmerproblem? Wohl kaum! Embolo erzielt 1:0, Mehmedi das 2:0 und Seferofic zeigt als spielstarker, mannschaftsdienlicher Stürmer, warum er so wichtig ist für die Nationalmannschaft.

Ein Spiel, und die Wahrheit steht Kopf. Vom Quartett Embolo, Seferovic, Derdiyok und Mehmedi hat nur Letzterer 2016 ein Tor für die Schweizer Nati erzielt. Also liegt der Schluss nahe: Die Schweiz hat ein Stürmerproblem. Und nun das: Embolo erzielt gegen Portugal das 1:0, Mehmedi das 2:0.

Wobei die Polemik um die Schweizer Stürmer meist auf jenen Spieler zielt, der an vorderster Front agiert. Weil dieser Spieler in der Regel Seferovic heisst, wird ihm bisweilen die internationale Tauglichkeit abgesprochen. Seferovic ist auch gestern ohne Torerfolg geblieben. Gleichwohl hat er bewiesen, wie wichtig er für diese Mannschaft ist. Beleg dafür ist allein sein Pass zum 2:0. Ein Meisterwerk, mit dem er gleich fünf Portugiesen düpiert.

Seferovic ist kein zweiter Alex Frei, sein Wert lässt sich nicht allein an Toren messen. Warum? Weil Seferovic nicht der schlaue Opportunist, sondern der stürmende Schwerarbeiter ist. Ein spielstarker, mannschaftsdienlicher Frontmann. Einer, der in einer Saison fast ebenso viele Tore vorbereitet wie er selber erzielt.

In der Causa Seferovic gebührt auch Trainer Vladimir Petkovic ein grosses Lob. Trotz Formtief, trotz medialer Kritik, hat er seinen Stürmer nie fallen gelassen und wurde dafür prompt bestätigt. Aber nicht nur Seferovic, sondern das ganze Team hat gegen Portugal sein grosses Potenzial mehr als nur angedeutet. Xhaka war trotz des späten Platzverweises der souveräne Taktgeber. Embolo das unberechenbare Element. Behrami der unbestrittene Chef. Weil in dieser Equipe noch mehr steckt, als sie gestern gezeigt hat, ist der anvisierte Platz 1 in der WM-Qualifikation alles andere als utopisch. Deshalb: Ein Fan dieser Nati, der nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.

Autor

François Schmid-Bechtel

François Schmid-Bechtel

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