Als Thorsten Fink am Montagabend dem Mannschaftsbus der Hoppers entsteigt, macht er grosse Augen: Es ist richtig viel los vor dem KKL in Luzern. Er komme sich wie an einer Oscar-Verleihung vor, sagt der GC-Trainer. Tatsächlich: Obwohl die Temperatur nur knapp über dem Gefrierpunkt liegt, warten erstaunlich viele Fussballanhänger auf ihre Helden aus der Super League, die über den grünen Teppich – pardon: green carpet – schreiten und fleissig Autogramme schreiben. Schön, dass die Fans innerhalb von einer Stunde die Gelegenheit haben, alle Spieler der beiden höchsten Schweizer Spielklassen von ganz nah zu sehen.

Dennoch fragt man sich, ob es nicht ein bisschen viel ist mit diesen Awards. Im September zeichnet jeweils der Verband bei den «Swiss Football Awards» die besten Nationalspieler und Schiedsrichter aus, im Dezember werden im Rahmen der «Swiss Sports Awards» die Schweizer Sportler des Jahres gekürt (manchmal sind auch da Fussballer dabei) und seit 2014 hat auch die Swiss Football League mit der «Award Night» im Januar wieder ihren eigenen Event, an dem sie die Ligabesten präsentiert. Ganz abgesehen davon, dass auch noch die Fifa, die Uefa und die Zeitschrift «France Football» mit dem «Ballon d’Or»…

Auch wenn es der Zeitgeist wohl so verlangt und den Protagonisten der Galaabend im feinen Anzug gegönnt sei, ist Kritik angebracht. Es ist ein Unding, diese Auszeichnungen inmitten einer Saison zu vergeben und nicht an deren Ende. Weil die SFL auch noch festgelegt hat, wonach nur nominiert werden kann, wer in der zweiten Jahreshälfte in einer der beiden SFL-Ligen tätig ist, hat YB-Meistermacher Adi Hütter keine Chance gehabt, Preisträger 2018 zu werden. Dabei hätte dies kein anderer so verdient gehabt wie der Österreicher. Dasselbe ist ein Jahr zuvor FCB-Meistertrainer Urs Fischer widerfahren. So gesehen, ist die «Award Night» der SFL toll für die jungen Fans, aber leider ohne Aussagekraft.