Fussball

Renato Steffen: «Ich hoffe, dass ich die Form auch nächste Saison halten kann»

Der Aargauer Renato Steffen in Diensten des FC Thun. Die nächsten drei Saisons unterschrieb der flinke Mittelfeldspieler bei den Young Boys

Der Aargauer Renato Steffen in Diensten des FC Thun. Die nächsten drei Saisons unterschrieb der flinke Mittelfeldspieler bei den Young Boys

Renato Steffen hat ein turbulentes Jahr hinter sich: Erst im letzten Sommer wurde er Fussballprofi beim FC Thun. Nun hat er eine tragende Rolle im Team der Berner Oberländer. Im az-Interview spricht er über das vergangene Jahr.

Renato Steffen, vor zwei Jahren haben Sie noch 1.-Liga-Fussball gespielt. Nun haben Sie bei Thun einen Stammplatz. Hätten Sie einen solch rasanten Aufstieg in dieser Zeit für möglich gehalten?

Renato Steffen: Nicht in meinen kühnsten Träumen. Als ich letztes Jahr den Vertrag mit Thun unterzeichnet hatte, sagte ich meiner Familie noch, dass es mein Ziel sein muss, in der ersten Saison zu Teileinsätzen zu kommen.

Dann ging alles sehr schnell und Sie hatten einen Stammplatz - nicht zuletzt dank einem Traumtor (siehe Video). Wie erlebten Sie Ihren Aufstieg?

Als ich am Morgen jeweils die Zeitungen gelesen habe, stand nur Positives über mich drin und stets wurde meine freche, unbekümmerte Spielart gelobt. Ich bekomme auch aus meinem Umfeld viele Reaktionen nach den Spielen. Das alles ist sehr schön und stärkt mein Selbstvertrauen sehr.

Sie werden von Fussballkennern mit Xherdan Shaqiri oder Arjen Robben verglichen. Ärgert Sie das oder macht Sie das stolz?

Ärgern bestimmt nicht. Das sind zwei Topspieler in einem Topklub. Ich sehe das eher als Kompliment, denn sie vergleichen mich wohl mit den beiden, weil ich eine ähnliche Spielart habe.

Nun wechseln Sie von Thun zu YB. Im Berner Oberland hat der Wechsel für viel Aufruhr gesorgt. Haben Sie Verständnis für die Reaktionen der Fans?

Mir ist bewusst, dass YB der grösste Rivale von Thun ist. Ich sehe es positiv und negativ: Positiv, weil die Fans mit den Reaktionen zeigten, dass sie mich gerne hatten und meine Einsätze schätzten. Jedoch tut es schon weh, wenn du nach der Vertragsunterzeichnung nach wie vor für Thun kämpfst und alles gibst und du von den eigenen Fans ausgepfiffen wirst. Die Mitspieler reagierten aber positiv und wünschten mir viel Glück.

Das YB-Interview mit Renato Steffen zum Wechsel von Thun zu YB

Der FC Basel, GC und Luzern waren ebenfalls an einem Transfer interessiert, bevor sich YB gemeldet hatte. Warum YB?

Ich bin überzeugt, dass der Wechsel zu YB für meine weitere Entwicklung der richtige Schritt ist.

YB-Sportchef Fredy Bickel sagte, eigentlich müsste YB das Kader schmälern, doch bei Ihnen hätte man zuschlagen müssen. Was geht Ihnen bei einer solchen Aussage durch den Kopf?

Das ist ein riesiges Kompliment und freut mich natürlich sehr. YB gehört zu den vier Topklubs im Schweizer Fussball. Man darf es dennoch nicht überbewerten. Es bringt nichts, wenn nur der Sportchef deine Leistungen schätzt. Ob YB, Thun oder Luzern: Man muss sich bei jedem Klub immer wieder aufs Neue bewähren.

Wie sehen Ihre nächsten Ziele aus?

Erst werde ich mich bis Saisonende voll und ganz auf Thun konzentrieren. Wir möchten noch viel erreichen. Es würde mich freuen, wenn Thun nächste Saison europäisch spielt. Für nächste Saison hoffe ich, dass ich meine Form von Thun halten kann. Ich möchte bei YB eine tragende Rolle übernehmen. Und eines Tages würde ich mich natürlich über ein Nati-Aufgebot freuen. 

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