Die Worte von Raphael Wicky lassen aufhorchen. «Der einzige Spieler, der die Trainings am Montag und Dienstag verpasst hat, ist Renato Steffen. Er fehlte aufgrund von privaten Angelegenheiten», sagte der Cheftrainer des FC Basel. Private Angelegenheiten waren es auch, mit denen sich Matías Delgado vor dem Spiel gegen Luzern und somit vor seinem Rücktritt hatte entschuldigen lassen. Genau deshalb schob Medienchefin Andrea Roth schnell nach: «Damit hat es nichts zu tun. Es sind familiäre Gründe.»

Der 25-Jährige Flügelspieler wurde am Mittwochnachmittag zum Abschlusstraining erwartet. «Dann schaue ich mit ihm die Situation an», so Wicky zum Entscheid, ob Steffen für Donnerstagabend gegen GC dennoch eine Option wäre.

Wäre dem nicht so, müsste Wicky auf einen Spieler verzichten, der bislang alle drei Partien von Beginn an das Vertrauen bekommen hatte und im neuem System – dem 3-5-2 – auf dem linken Flügel gesetzt war. «Diese taktische Ausrichtung könnten wir morgen auch ohne Renato spielen», wollte Wicky jedoch festhalten.

Alternativen stehen bereit

Alternativen wären unter anderem Raoul Petretta und Blas Riveros. Letzterer wurde in den vergangenen beiden Spielen jeweils für Steffen gegen Ende der Partie eingewechselt und übernahm eins zu eins dessen Aufgaben im Mannschaftsgefüge. Der Paraguayaner erfüllte seine Aufgabe gut, ist im Vergleich zu Steffen als gelernter Aussenverteidiger jedoch die etwas defensivere Variante.

Eine weitere Möglichkeit wäre Mohamed Elyounoussi, der offensiv polyvalent einsetzbar ist. Wicky dürfte ihn aber auf der Position hinter den Spitzen belassen, weil er es dort «bis jetzt sehr gut gemacht hat». Drei Assists und ein Tor in drei Spielen sind der Beweis. Noch ist es aber auch möglich, dass Steffen auflaufen wird. Wicky wollte sich dies noch offen lassen.

Abschied gegen Lugano

Offen ist hingegen seit Mittwochmittag nicht mehr, wann Matías Delgado offiziell vom FC Basel verabschiedet wird. Beide Seiten liessen zuletzt durchblicken, dass ein Abschied wünschenswert wäre. Wurde zuerst spekuliert, dass dies bereits gegen GC der Fall sein sollte, zerschlug sich die Option ziemlich schnell, weil Delgado seine ganze Familie dabei haben möchte. Diese so schnell aus Argentinien einfliegen zu lassen, war jedoch unmöglich.

Nun hat sich der Verein gemeinsam mit seinem zurückgetretenen Captain auf das Spiel gegen Lugano am 20. August (16 Uhr) festgelegt. Im Anschluss an die Partie gegen die Tessiner heisst es dann ein letztes Mal:¡Adiós, Capitán!