Erneut präsentiert St. Gallen ein Fussball-Highlight wie zuletzt am 2. September 2011, als der Welt- und Europameister Spanien vor 20'000 Zuschauern Chile mit 3:2 besiegte. Die international tätige Sportrechte-Agentur Kentaro mit Sitz in Münchwilen vermittelte Brasiliens Nationalteam erneut in die Schweiz. Die Firma, deren Co-Gründer der Springreitpferde-Besitzer Philippe Huber ist, lotste die Seleção schon 2006 zur WM-Vorbereitung nach Weggis. "Kentaro hat bei diesem Freundschaftsspiel alle Rechte. Die St. Gallen Event AG stellt gegen Miete das Stadion und die Organisation zur Verfügung", erklärte Markus Scherrer, Medienverantwortlicher der FC St. Gallen Event AG.

Brasiliens Nationaltrainer Mano Menezes hat 23 Spieler aufgeboten, unter ihnen erfahrene Leute wie Torhüter Julio Cesar (Inter), Dani Alves (Barcelona), Thiago Silva (Milan) und Ronaldinho (Flamengo) sowie aufstrebende Jungstars wie Neymar (Santos) und Lucas (Sao Paulo) . Der fünffache Weltmeister hat ein durchzogenes letztes Jahr hinter sich. Im Viertelfinal der Copa America scheiterte Brasilien im Penaltyschiessen an Paraguay. Auch zuvor waren den Brasilianern keine guten Resultate gegen Topteams gelungen. Nach einer schwachen ersten Jahreshälfte mit Siegen gegen Schottland und Rumänien und dem Auftakt zur zweiten Hälfte mit dem 2:3 gegen Deutschland folgten dann aber fünf Siege in Folge: 2:0 gegen Argentinien B, 1:0 gegen Costa Rica, 2:1 gegen Mexiko, 2:0 gegen Gabun und 2:0 gegen Ägypten.

Mano Menezes, seit Juli 2010 nach der missratenen WM in Südafrika im Amt, hat bereits mehr als 80 Spieler getestet. Doch nun ist mit der Sichtung Schluss. Routinier Ronaldinho soll eine frische Seleção zu neuen Erfolgen führen - mit dem Fernziel WM 2014 im eigenen Land. Das Testspiel in St. Gallen gehört allerdings zum Vorbereitungsprogramm auf die Olympischen Sommerspiele. Von den eingeladenen Spielern im Kader sind acht im U23-Alter, unter ihnen die Jungstars Neymar, Lucas, Paulo Henrique Ganso und Leandro Damião. Die neue Generation soll dem Rekord-Weltmeister im August in London erstmals Olympiagold bescheren.

Bosnien-Herzegowina, die Nummer 19 im FIFA-Ranking, wird für die Seleção ein echter Prüfstein sein. Das Team von Trainer Safet Susic, der den in der Schweiz bekannten Miroslav Blazevic abgelöst hatte, erreichte zuletzt in der EM-Qualifikation die Playoffs, in denen die "Drachen" Portugal unterlagen (0:0 daheim, 2:6 auswärts). Zuvor hatten sie vor allem mit dem 1:1 in Frankreich, den zwei Erfolgen gegen Weissrussland und dem Heimsieg gegen Rumänien für Furore gesorgt. Professionals wie Emir Spahic (Sevilla), Edin Dzeko (ManCity), Vedad Ibisevic (VfB Stuttgart) oder der Rekord-Nationalspieler Zvjezdan Misimovic (Dynamo Moskau) sind auch in der Schweiz ein Begriff - der "Bündner" Senad Lulic (ex Bellinzona, GC und YB) steht derzeit weder Lazio noch dem Nationalteam zur Verfügung.