Sofern Pascal Feindouno, Gabri, Stefan Glarner, José Gonçalves, Billy Ketkeophomphone und Mario Mutsch in der ersten Saisonhälfte nicht eingesetzt werden dürfen - so hat die Qualifikations-Kommission der SFL am 15. Juli entschieden -, will "CC" mit seinem Verein am 31. Juli in Neuenburg und am 6. August in Basel nicht spielen.

An einer eigens einberufenen Medienkonferenz in Martigny legte Constantin seine (skurrilen) Gründe dar und den Reportern verschiedene Gerichtsakten vor. Die Absenz von sechs möglichen Stammspielern sei mit einem "Fall von höherer Gewalt" gleichzusetzen, argumentierte "CC", "als hätten wir sechs Kranke oder Verletzte". Er besitze deshalb das Recht, dem Aufgebot der SFL nicht Folge zu leisten.

Ball liegt bei der Fifa

Beim ligainternen Rekursgericht hat Constantin am Montag einen (weiteren) Einspruch deponiert. Ob er den Fall danach abermals vor den Lausanner Sportgerichtshof CAS ziehen wird, liess er offen - diese Variante ist aber anzunehmen. Selbst den erneuten Gang vors Bundesgericht zieht "CC" mittlerweile ernsthaft in Erwägung.

Insider glauben, Constantin wirble derzeit bewusst viel Staub auf und wolle die Liga mit Schadenersatz-Drohungen unabhängig vom CAS möglichst rasch zu einer Neubeurteilung des Entscheids zu seinen Gunsten bewegen. Dabei stützt sich die SFL - juristisch korrekt - im Wesentlichen auf ein von der FIFA ausgesprochenes Transferverbot. Der Ball liegt im Prinzip im "Home of Fifa" in Zürich und nicht im "Haus des Schweizer Fussballs" in Muri.

Ob die Sanktion rechtens ist, erscheint nach wie vor unklar. Das Urteil des CAS zur Länge der Sperrperiode hat sich als eigentlicher Zankapfel entpuppt. Jeder interpretiert den Richterspruch anders. Fakt ist allerdings, dass Constantins letztem Rekurs gegen das FIFA-Urteil vom CAS die aufschiebende Wirkung entzogen worden ist.

Faktisches Arbeitsverbot

Sollte Constantin seine Drohung tatsächlich umsetzen, droht der ASL unter Umständen ein mittleres Terminchaos und eine Zerrüttung ihrer Mitglieder. "CC" hat die Liga mit der zivilrechtlich erwirkten nachträglichen Integration in den Spielbetrieb (Challenge-League-Saison 2003) schon einmal in die Knie gezwungen und sich bei der Konkurrenz damit keine Freunde geschaffen.

Geäussert hat sich in der Walliser Affäre neben "CC" inzwischen auch ein Spieler-Agent. Christoph Graf, der Glarner vertritt, erwartet vom Klub, dass "er das Problem löst und dafür sorgt, dass die Spieler eingesetzt werden dürfen." Die Situation komme faktisch einem Arbeitsverbot gleich. Eine halbjährige Pause komme für ihn nicht infrage, zumal der Verein beim Vertragsabschluss etwas anderes signalisiert habe.

Pascal Feindouno verschaffte seinem Ärger auf dem Newsportal von "Eurosport" Luft: "Die Verantwortlichen haben mir versprochen, diese Woche würde alles geregelt. Ich bin bereit. Wenn ich nicht spiele, heisst das für mich, dass ich nicht mehr gebunden bin. In diesem Fall werde ich gehen." Die Nervosität steigt beim Cupsieger - und zwar an allen Fronten.