Michael Lang sagt es etwas beiläufig. Dass diese Startniederlage Benficas dem FCB nicht nur dadurch nicht helfe, weil der direkte Konkurrent um den dritten Platz in der Gruppe, ZSKA Moskau, drei nicht einkalkulierte Punkte hat. Sondern dass vielmehr Benfica, der Gegner am Mittwoch, sich nun wohl auch kaum mit einem Unentschieden in Basel zufrieden geben werde. Hätten die Portugiesen Zuhause gegen Moskau gewonnen, wäre dem vielleicht so gewesen. Jetzt aber müssen sie reagieren. Ein weiterer Punktverlust wäre kapital, stehen für Benfica doch nachher die schwierigen beiden Duelle gegen Manchester United an. 

Auch Langs Trainer, Raphael Wicky, sieht eine «insgesamt andere Situation» für die Portugiesen. «Dieses Auswärtsspiel gegen uns ist jetzt noch wichtiger geworden.» Eine veränderte Ausrichtung erwartet er dennoch nicht vom Gegner im zweiten Gruppenspiel dieser Champions League. Denn Wicky hat im Spiel zwischen Benfica und Moskau – welches die Russen 2:1 gewinnen konnte – ein starkes Benfica gesehen. Ein dominantes Benfica. Ein spielbestimmendes Benfica. Eines, das über 70 Prozent Ballbesitz hatte. «Daher werden sie ihre taktische Ausrichtung nicht ändern. Ich erwarte, dass sie auch uns hoch unter Druck setzen wollen und das Spiel an sich reissen werden.»

FCB-Trainer Raphael Wicky vor dem CL-Heimspiel gegen Benfica Lissabon: «Wir müssen effizient sein»

FCB-Trainer Raphael Wicky vor dem CL-Heimspiel gegen Benfica Lissabon: «Wir müssen effizient sein»

Für den FCB-Trainer ist absolut klar: «Benfica ist der Favorit. Es ist die Realität, dass ihre Mannschaft höher einzustufen ist als wir. Aber dennoch wollen auch wir etwas reissen.»

Schwachpunkt Innenverteidigung

Wie das möglich sein könnte, haben die FCB-Akteure am Samstag gegen den FC Zürich bewiesen. Mit Kampf, Leidenschaft, Willen und Solidarität. «Das gilt es von diesem Spiel mitzunehmen», sagt daher auch Wicky. «Ich gehe nicht davon aus, dass wir sie spielerisch auseinander nehmen werden. Aber wir haben einen Plan. Wir wollen ihr Spiel stören und wenn wir den Ball haben unsere Chancen, die kommen werden, effizient nutzen.»

Ein Basler, der dies tun könnte, wäre Renato Steffen, der am Dienstagmittag zusammen mit seinem Coach zur Pressekonferenz erschienen war. Der Flügelspieler wartet zwar noch immer auf Scorerpunkte in dieser Saison. Beunruhigt ist er deshalb nicht. Er hat in der Innenverteidigung einen Schwachpunkt bei den Portugiesen ausgemacht, sagt, dass Spieler wie Luisao nicht mehr die Jüngsten (Luisao ist 36 Jahre alt) und deshalb auch nicht mehr die Schnellsten sind. «Und wir haben offensiv schnelle Spieler. Wenn sie dann Räume offen lassen, können wir Chancen haben.»

Steffen vor Spiel gegen Benfica Lissabon: «Die Innenverteidiger sind nicht mehr die jüngsten»

Steffen vor Spiel gegen Benfica Lissabon: «Die Innenverteidiger sind nicht mehr die jüngsten»

Renato Steffen und Raphael Wicky beantworten vor dem Champions-League-Spiel gegen Benfica Lissabon die Fragen der Medien.

Um diese zu nutzen, müsse das Team aber mehr an sich glauben. Sich nicht verstecken.  Und zusammenstehen, wie man dies am Samstag getan hat. «Dass wir Fussball spielen können, haben wir ja immer wieder bewiesen. Jetzt müssen wir zeigen, dass der Sieg gegen Zürich ein Ansporn ist, um auf den Basics wieder aufzubauen.“

Wenn dann auch noch jene Spieler, die ihrer Form nachlaufen, diese wieder finden - und dort nimmt sich Steffen keineswegs aus - dann sei er sicher, «dass wir bald wieder den FCB sehen, den wir sehen wollen».

Und auch Wicky ist sich sicher: «Wenn wir geschlossen auftreten, dann können wir diese drei Punkte hier behalten.»