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Puyol verlässt Barcelona: Der «ewige Captain» nimmt leise Abschied

Abwehrspieler Carles Puyol prägte über viele Jahre den FC Barcelona. Nach 19 Jahren und fast 400 Spielen nimmt der «ewige Captain» den Hut. Nicht nur Fans haben Mühe damit, sich Barcelona ohne Puyol vorzustellen.

Manuel Neuer hatte das Unheil kommen sehen. Hilf- und machtlos stand der deutsche Nationaltorhüter im Halbfinal der Fussball-WM 2010 auf der Linie, als Carles Puyol plötzlich seinen Lockenkopf am Elfmeterpunkt in die Höhe wuchtete, höher als alle anderen – und mit seinem Tor für Spanien den deutschen Traum vom vierten Titel jäh beendete. Eine Revanche im Sommer wird es nicht geben. Puyol, einer der besten Verteidiger der Geschichte, sagt zum Saisonende leise «Adiós». Lange Jahre war der kampfstarke Abwehrspieler das Gesicht des FC Barcelona, auch wenn er fussballerisch sicher nicht zu den Stärksten zählte.

Nach 19 Jahren und fast 400 Spielen wird der 35-Jährige seinen grossen FC Barcelona verlassen, am Dienstag gab er während einer eilig einberufenen Pressekonferenz seinen Abschied bekannt. Es ist das Ende einer Ära, in der die Katalanen unter anderem sechsmal die spanische Meisterschaft und dreimal den Gewinn der Champions League feierten. Was für ihn danach kommt, sagt Puyol, wisse er noch nicht.

«Das, was ich weiss, ist, dass ich eine Pause brauche», sagte der Captain des spanischen Meisters, der in den letzten Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde: «Nach den letzten zwei Operationen war es schwieriger als von mir selbst und den Ärzten erwartet, wieder mein Level zu erreichen, das ich benötige, um hier zu bestehen. Deswegen habe ich diese Entscheidung getroffen.»

(Quelle: Youtube.com)

Puyol hört auf - eine Karriere in Bildern

Der Abschied vom «ewigen Captain» so «El Mundo Deportivo», vom «Kraftwerk Spaniens und Barcelonas», so die «Marca», traf die Iberer einen Tag vor dem Länderspiel-Klassiker gegen Italien. «Wir wussten es schon ...», sagte Mittelfeldspieler Cesc Fàbregas: «Es ist eine sehr schwere Zeit für ihn und es tut weh, einen Freund dabei zu sehen, eine solch wichtige Entscheidung zu treffen.»

Gerard Piqué, lange Zeit Nebenmann und wohl endgültiger Nachfolger Puyols in der Innenverteidigung, schrieb in einer emotionalen Botschaft bei Facebook: «Du warst mein Schutzengel. Es ist hart für mich, mir ein Barcelona ohne dich vorzustellen. Nichts wird so sein, wie es war. Danke für alles, Puyi.»

In den verbleibenden Spielen für Barça werde Puyol «weiter kämpfen», sagte er: «Die, die mich kennen, wissen, dass ich bis zum Ende nicht aufgebe. Ich will dem Team helfen, seine Ziele zu erreichen.» Andrés Iniesta, zusammen mit Puyol und Xavi Teil der «goldenen Generation» der Iberer, schrieb: «Ich werde es weiter geniessen, an deiner Seite zu stehen. Es gibt niemanden wie dich, Captain.»

Im Internet häuften sich Zusammenschnitte von Puyols grossartigsten Spielen. Jene 73. Minute von Durban, als er der «Roten Furie» per Kopf den Weg zum späteren Titel ebnete – es war eins von nur drei Toren in 100 Länderspielen – war selten dabei.

(Quelle: Youtube.com)

Puyol - der bester Verteidiger der Welt

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