Fifa-Skandal
Prinz Ali gibt sich geschlagen: Sepp Blatter bleibt Fifa-Präsident

Sepp Blatter gewinnt wie erwartet die Wahl um die Präsidentschaft der Fifa. Herausforderer Prinz Ali holt ein respektables Resultat. Blatter wird damit in seine fünfte Amtszeit gehen.

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Uefa-Präsident Michel Platini gratuliert Sepp Blatter. Den scheint's nicht sonderlich zu interessieren.
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Fifa: Sepp Blatter wird wiedergewählt und bleibt Präsident der Fifa
Der alte und neue «Chef» in Jubelpose.
An wen ging wohl dieses Stossgebet von Sepp Blatter?
Sepp Blatter zeigt sich hocherfreut
Uefa-Präsident Michel Platini und Blatter-Kritiker scheint es geahnt zu haben.
Es bleibt alles beim Alten, der König siegt über den Prinzen: Sepp Blatter ist Fifa-Präsident.
Prinz Ali gibt nach dem ersten Wahlgang auf.
Die Stimmzettel sind ausgezählt: Blatter holt nur 133 Stimmen – es braucht einen zweiten Wahlgang.
Es wird ausgezählt – Entscheidung naht: Prinz Ali oder König Blatter?
Es wird ausgezählt – Entscheidung naht: Prinz Ali oder König Blatter?
Der amtierende «König» Sepp Blatter (r.) und der Herausforderer Prinz Ali Bin Al Hussein (l.)
Der Präsident des palästinensischen Fussballverbands Jibril Rajoub und der Präsident des Fussballverbands Israels Ofer Eini geben sich die Hand.
Der Präsident des Israelischen Fussballverbands Ofer Eini macht seinem palästinensischen Amtskollegen ein «Friedensangebot»: Ein öffentlicher Hand-Shake.
Der Präsident des palästinensischen Fussballverbands Jibril Rajoub wird emotional: «Es ist Zeit, dem Rassismus die Rote Karte zu zeigen!»
Wird Sepp Blatter wiedergewählt?
Sepp Blatter im Fokus
Polizei riegelt nach Bombendrohung das Hallenstadion ab
Bombendrohung kurz vor dem Mittag – Die Journalisten werden nach draussen gebeten
Um 13.30 Uhr wird die Halle wieder freigegeben.
Sepp Blatter wird von Demonstranten gestört
Schliesslich wird die Dame abgeführt
Schliesslich wird die Dame abgeführt
Sepp Blatter zu den Delegierten: «Ihr habt die Macht in eurem Herzen!»
Sepp Blatter fordert einen Handschlag für den Respekt und Disziplin
Freitagmorgen im Hallenstadion: Die Fifa-Delegierten nehmen Platz.
Sepp Blatter bei der Eröffnung des Fifa-Kongresses am Donnerstagabend

Uefa-Präsident Michel Platini gratuliert Sepp Blatter. Den scheint's nicht sonderlich zu interessieren.

Keystone

Der neuste Korruptionsskandal um sieben Fifa-Spitzenfunktionäre hat Joseph Blatter (79) doch nichts anhaben können. Der Walliser bleibt Fifa-Präsident und tritt seine fünfte Amtszeit an. Gegenkandidat Prinz Ali bin al-Hussein gab nach dem ersten Wahlgang auf.

Ein kleiner Denkzettel wurde Fifa-Präsident Joseph Blatter vom Kongress im Zürcher Hallenstadion aber doch verpasst. Der Walliser verfehlte im ersten Wahlgang die Zweidrittelmehrheit von 140 Stimmen knapp. Das war vor den Vorkommnissen am vergangenen Mittwoch noch undenkbar gewesen. Die Mehrheit im ersten Wahlgang war mit 133:73 Stimmen aber immerhin derart solide, dass Prinz Ali bin al-Hussein zu einem zweiten Wahlgang nicht mehr antrat. Um 19.20 Uhr stand fest: Joseph Blatter wird die Fifa vier weitere Jahre führen und mit 79 Jahren seine fünfte Amtszeit antreten.

Am Ende war Blatter, der bei den Wahlen 2007 und 2011 ohne Gegenkandidaten per Akklamation im Amt bestätigt worden war, also weit davon entfernt, abgewählt zu werden. Doch die letzten Tage hatten ihm deutlich zugesetzt. Sowohl bei seiner Eröffnungsrede am Morgen als auch bei seinem 15-minütigen Plädoyer unmittelbar vor der Wahl wirkte Blatter überaus angespannt. Das änderte sich bei seiner Dankesrede nach dem Sieg schlagartig. Jetzt war der Walliser wieder der lächelnde Charmeur. "Die Fifa der Zukunft muss Ihre Rolle spielen, die Rolle der Einheit", rief Blatter seinen jubelnden Wählern zu. Er vergass aber auch die "Verlierer" nicht. "Prinz Ali war ein guter Herausforderer. Aber jetzt bin ich weiterhin der Präsident. Der Präsident von euch allen."

Für viele Beobachter mag Ali Blatter wenigstens eine kleine symbolische Niederlage zugefügt haben, indem er immerhin mehr als einen Drittel der Stimmen holte. Doch während der Plädoyers machte der von den grossen Verbänden Europas und von UEFA-Präsident Michel Platini portierte Fifa-Vizepräsident nicht den Eindruck, der bessere Präsident sein zu können als Blatter. Er redete von einer besseren Fifa, ohne allerdings aufzeigen zu können, wie er sich das genau vorgestellt hat. "Ich verspreche euch, dass ich mich nicht hinter euch verstecken werde, wenn die Dinge schlecht laufen", sagte er nur.

Blatter versprühte mehr Charisma - und ging mit dem netten Versprechen in die Offensive, für eine «schönere Fifa» zu sorgen. Dabei nahm er seine Wähler und die ganze Fussball-Familie ins Boot. Der weltgewandte Machtmensch aus den Walliser Bergen machte die gesamte Gemeinde zu seiner Verbündeten. «Ich kann das nicht alleine. Ich brauche dazu eure Hilfe.» Und seinen Gegnern nahm er mit einem simplen Wortspiel den Wind aus den Segeln. "Wir brauchen keine Revolution, wir brauchen Evolution." Schon da erhielt er von seinen Wählern warmen Applaus.

Blatter hielt in seiner Rede auch noch eine Innovation bereit. Unverzüglich wolle er eine neue Abteilung bilden, die sich dem Profifussball annehme. Dort sollen Aktive und Schiedsrichter Einsitz nehmen. Blatter mag vor allem der Präsident der kleinen Verbände und der vielen Millionen Amateurfussballer sowie der Entwicklungshelfer der armen Fussball-Länder sein, doch auch ihm ist klar: «Die WM steht im Zentrum.»

Die Wahl dauerte fast zwei Stunden, weil die 209 Delegierten auf Antrag der USA nicht elektronisch abstimmten, sondern ihre Stimme einzeln und brieflich in einer der beiden Wahlkabinen abgeben mussten.

Zu Beginn des Fifa-Kongresses hatten verschiedene Gruppierungen für ihre Anliegen demonstriert. Während propalästinensische Demonstranten für den Ausschluss Israels aus dem Weltfussballverband warben, machte die Unia mit einem Flashmob auf die "katastrophalen Zustände" auf WM-Baustellen in Katar aufmerksam.

Lesen Sie den Liveticker vom Wahl-Freitag nach. Es tickerte: Silvan Hartmann.

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