Fussball-WM

Portugal, Spanien, Marokko, Iran: Das müssen Sie über die Gruppe B wissen

Gruppe B: Portugal, Spanien, Marokko, Iran

Gruppe B: Portugal, Spanien, Marokko, Iran

Portugal, Spanien, Marokko oder Iran – wer qualifiziert sich für die Achtelfinals? Wer ist der Cheftrainer? Und welche Spieler ragen aus dem Kollektiv heraus? Das müssen Sie vor dem Auftaktspiel der Gruppe B wissen.

Portugal: Folgt nach dem EM- der WM-Titel?

Dank dem 2:0 zum Abschluss der WM-Qualifikation im Estadio da Luz in Lissabon gegen die Schweiz schaffte Portugal den direkten Sprung nach Russland. Der Umweg über die WM-Playoffs blieb dem Europameister, der in Russland zum erweiterten Kreis der Titelfavoriten zählt, erspart. Der grösste WM-Erfolg der Portugiesen liegt mehr als 50 Jahre zurück, als sie angeführt von Eusebio, dem Torschützenkönig des Turniers in England, Platz 3 belegten.

Ein halbes Jahrhundert später hat Portugal mit Cristiano Ronaldo (81 Tore in 149 Länderspielen) nicht nur den fünffachen Weltfussballer in seinen Reihen, sondern mit Fernando Santos auch einen der besten Trainer der Welt. Und Portugal verfügt über Erfahrung, war es doch seit der Jahrtausendwende an jedem grossen Turnier dabei. Die Südeuropäer haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, von denen der eine oder andere eine WM-Entdeckung werden könnte: Gelson Martins, Bernardo Silva, Gonçalo Guedes oder André Silva.

Spanien: Zurück zu alter Stärke

Spanien gehört seit 40 Jahren zu den Stammgästen an Fussball-Weltmeisterschaften. Nachdem die Iberer jahrzehntelang nie über die Viertelfinals hinausgekommen waren, gelang ihnen 2010 unter Vicente Del Bosque der grosse Coup. Die "Furia Roja" stürmte in Johannesburg dank dem Treffer von Andres Iniesta in der Verlängerung gegen die Niederlande zum WM-Titel.

Vier Jahre später in Brasilien folgte der Kater, nachdem Spanien an der EM 2012 seinen Titel von 2008 erfolgreich verteidigt hatte. Die Iberer scheiterten bereits in der Vorrunde, und auch im Hinblick auf die EM 2016 gelang Del Bosque der Umbau nicht. Nach dem Turnier in Frankreich übernahm Julen Lopetegui des Kommando. Die Pflicht überstand der Baske mit Bravour, in der Qualifikation für Russland kassierte Spanien in zehn Spielen nur drei Gegentreffer. Die Kür soll nun in Russland folgen.

Marokko: Drei Jahrzehnte nach Bouderbala

Seit das Land 1956 unabhängig geworden war, qualifizierte sich Marokkos Nationalteam für vier WM-Endrunden. 1970, 1994 und 1998 schied man nach der Vorrunde aus. 1986 in Mexiko jedoch setzten die Nordafrikaner einen Meilenstein. Nach zwei 0:0 gegen Polen und England sowie einem 3:1 gegen Portugal kamen sie als Gruppensieger weiter. In den Achtelfinals scheiterten sie an Deutschland erst durch ein spätes Tor. Marokkos vielleicht wichtigster Spieler war Aziz Bouderbala. Der heute 57-Jährige war von 1984 bis 1988 als Stürmer des FC Sion eine schillernde Figur im Schweizer Fussball. 1993 kehrte er für zwei weitere Saisons in die Schweiz, zu St. Gallen, zurück.

An seiner ersten WM seit 1998 wird Marokko über sehr gute Individualisten verfügen. Die meisten sind Legionäre in den grossen europäischen Ligen. Der Bekannteste ist Verteidiger Medhi Benatia (Juventus Turin, zuvor Bayern München). Verteidiger Achraf Hakimi gehört zu den Hoffnungen von Real Madrid.

Iran: Die grosse Unbekannte

Der Iran hatte sich als erstes asiatisches Team die Qualifikation für die Endrunde in Russland gesichert. Keine Niederlage und nur fünf Gegentreffer kassierte der dreifache Asienmeister in 18 Spielen. Star des Teams ist der Stürmer Sardar Azmoun, der im Land des WM-Gastgebers bei Rubin Kasan spielt. Erstmals nimmt das flächenmässig sechstgrösste Land Asiens an zwei WM-Endrunden in Folge teil. Baumeister des Erfolgs ist der Portugiese Carlos Queiroz, der nach dem Turnier in Brasilien zurückgetreten war, ehe er drei Monate später wieder zurückkehrte.

Bei den bisherigen vier Teilnahmen bedeutete die Vorrunde immer Endstation, den bislang einzigen Sieg in zwölf WM-Spielen feierte der Iran 1998 in der vom Schweizer Schiedsrichter Urs Meier geleiteten und aufgrund der politischen Beziehungen der beiden Länder brisanten Partie in Lyon gegen die USA (2:1).

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