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Portugal ist erstmals Europameister und Ronaldo übertrumpft Eusébio und Figo

Portugal ist erstmals in der Geschichte Europameister. Der Aussenseiter bezwang im Stade de France in Saint-Denis trotz des frühen Ausfalls von Cristiano Ronaldo den Gastgeber Frankreich nach einem Treffer von Eder in der Verlängerung 1:0.

der Sportredaktion
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Portugal-Frankreich: Die Impressionen zum EM-Finale
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Portugal mit dem verletzten Ronaldo an vorderster Front feiert zum ersten Mal den Titel des Europameisters
Portugal feiert Torschütze Eder (links vorne)
Der Schuss zum Titel: Eder erzielt das entscheidende 1:0 in der Verlängerung.
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Frankreich im Elend
Ronaldo betätigt sich nach der Verletzung als Coach
1:0 für Portugal in der Verlängerung: Der fulminante Schuss von Eder
Portugal im Glück: Eder lässt sich feiern
Gignac trifft in der Nachspielzeit nur den Pfosten
Tränen beim Superstar: Ronaldo muss nach einem harten Tackling von Dimitri Payet verletzt ausgewechselt werden
Die Szene des Spiels: Das harte Tackling von Dimitri Payet gegen Cristiano Ronaldo, der sich dabei verletzt
Täter Payet schaut zu, wie Ronaldo nach seinem Tackling verletzt abtransportiert wird
Bangen, leiden, jubeln - die Nacht der Portugiesen.
Geschockte Portugal-Fans nach dem Ronaldo-Out
Gehört zu jedem Portugal-Spiel: Ein Flitzer auf dem Feld
Cristiano Ronaldo am Boden: Wurde er bei der Attacke von Payet verletzt?
Schock für die Portugiesen: Ronaldo nach dem Einsteigen von Payet
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Das Team der Franzosen
Die Startelf der Portugiesen
Falter-Plage im Stadion eine Stunde vor Spielbeginn
Die Helfer unternehmen alles Mögliche, die Falter aus dem Stadion zu bringen
Der Bus «Frankreich – Europameister 2016» fährt schon vor dem Spiel auf den Strassen Frankreichs.
Um diesen Pokal geht es: Wer wird Europameister?

Portugal-Frankreich: Die Impressionen zum EM-Finale

Keystone

Eder, der 28-jährige Stürmer vom OSC Lille, erwischte mit seinem Schuss in der 109. Minute den zuvor im Turnier tadellosen Hugo Lloris und entschied die Partie damit zugunsten des Aussenseiters. Der Treffer der Portugiesen hatten sich angekündigt. Eine Minute vor dem Lucky Punch des Jokers hatte Raphaël Guerreiro einen Freistoss an die Lattenunterkante gesetzt.

So jubelten am Ende die Portugiesen, nachdem der Final aus ihrer Sicht mit einem Horrorszenario begonnen hatte.

Das Drama, das den weiteren Verlauf des Finals massiv beeinflusste, hatte sich in der 8. Minute ereignet, als Dimitri Payet nahe der Mittellinie mit einem harten Tackling, das von Schiedsrichter Mark Clattenburg nicht geahndet wurde, Cristiano Ronaldos Standbein traf, der sich dabei eine Verletzung am linken Knie zuzog.

Der portugiesische Captain versuchte zwar alles, um weiterspielen, liess sich zweimal behandeln und das Knie einbandagieren, nach 25 Minuten musste er aber eingestehen, dass es nicht mehr geht. Ronaldo weinte bittere Tränen, als er unter aufmunterndem Applaus des Publikums mit einer Bahre vom Feld des Stade de France getragen werden musste.

Die Portugiesen brauchten einige Minuten, bis sie den Schock des Ausfalls ihres Superstars verdauten hatten. Sie fingen sich auf und wehrten sich mit allen Mitteln gegen die starke französische Offensive.

Sie wankten in der zweiten Halbzeit, fielen aber nicht. Und als beim Gastgeber die Kräfte nachliessen, schlugen sie gnadenlos zu. Das Team von Fernando Santos hatte zwar deutlich weniger zum unterhaltsamen Final beigetragen, es verdiente sich den Titel aber dank einer leidenschaftlichen und solidarischen Mannschaftsleistung.

Frankreichs verpasste Chancen

Frankreich hingegen verlor erstmals nach 18 Spielen an einer Endrunde im eigenen Land wieder eine Partie, nachdem es 1984 den EM-Titel und 1998 den WM-Titel ohne Niederlage errungen hatte. Das Heimteam hätte die Partie in der regulären Spielzeit zu seinen Gunsten entscheiden müssen, als es die bessere Mannschaft war und sich ein deutliches Chancenplus erspielte.

Der eingewechselte Pierre-André Gignac hatte in der Nachspielzeit den Matchball auf dem Fuss, als der Stürmer, der beim mexikanischen Klub Tigres Monterrey unter Vertrag steht, Pepe am Fünfmeterraum austanzte, mit seinem Schuss aber nur den Innenpfosten traf. Zuvor hatten Antoine Griezmann (66.), Olivier Giroud (75.) und Moussa Sissoko (84.) erstklassige Chancen ausgelassen oder waren am starken Rui Patricio im portugiesischen Tor gescheitert.

Der Final, der eine Stunde unter dem Schock des Ausfalls Ronaldos gestanden hatte, hatte erst mit der Einwechslung von Kingsley Coman so richtig Fahrt aufgenommen. Der Flügelstürmer von Bayern München brachte das zwischenzeitlich erlahmte Angriffsspiel des Heimteams wieder in Schwung und bereitete mehrere gefährliche Aktionen ein.

Bereits in der Startphase hatten sich "Les Bleus" einige Chancen erarbeitet. Sie waren mit Schwung in die Partie gestartet und kamen in der Startphase bereits zu ersten guten Torchancen. Rui Patricio war aber sowohl bei den Kopfbällen von Griezmann und Giroud (10.) als auch beim Schuss von Sissoko (33.) zur Stelle. Sissoko war lange Zeit der auffälligste Spieler des Gastgebers gewesen und stellte die Abwehr Portugals mit seinen dynamischen Vorstössen gelegentlich vor Probleme.

Portugal - Frankreich 1:0 (0:0, 0:0) n.V.

Stade de France, Saint-Denis. - 75'868 Zuschauer. - SR Clattenburg (ENG). - Tor: 109. Eder (Weitschuss) 1:0.

Portugal: Rui Patricio; Cédric, Pepe, José Fonte, Guerreiro; William Carvalho; Sanches (79. Eder), Adrien Silva (66. João Moutinho), João Mario; Nani, Ronaldo (25. Quaresma).

Frankreich: Lloris; Sagna, Koscielny, Umtiti, Evra; Pogba, Matuidi; Sissoko (110. Martial), Griezmann, Payet (58. Coman); Giroud (78. Gignac).

Bemerkungen: Beide Teams komplett. 25. Ronaldo mit einer Knieverletzung ausgeschieden. Pfostenschuss: 90. (90.+2) Gignac. Lattenschuss: 108. Guerreiro (Freistoss). Verwarnungen: 34. Cédric (Foul), 62. João Mario (Foul), 80. Umtiti (Foul), 95. Guerreiro (Foul), 97. Matuidi (Foul), 98. William Carvalho (Foul), 115. Pogba (Foul), 119. José Fonte (Unsportlichkeit), 123. Rui Patricio (Spielverzögerung).

Der Liveticker zum Nachlesen: