WM14
Portugal bezwingt Ghana, aber beide Teams fahren nach Hause

Portugal schlägt Ghana 2:1, unter anderem dank einem Treffer von Cristiano Ronaldo. Doch der knappe Sieg reicht den Portugiesen nicht. Ronaldo und Co. sind ausgeschieden, genauso wie Ghana.

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Ronaldo versteht die Welt nicht mehr Portugal ist ausgeschieden
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Cristiano Ronaldo ärgert sich über eine verpasste Chance - mit neuer Frisur
Portugal-Ghana: Die Bilder zum Spiel
Fatawu Dauda zeigt eine Riesenparade und ballt die Faust Genutzt hats wenig, Ghana fährt nach Hause
Cristiano Ronaldo mit einer grossen Kopfball-Chance
Das Team der Portugiesen
Das Team von Ghana
Ronaldo war offensichtlich beim Coiffeur
Portugiesische Fans glauben an das Fussballwunder
Das Team der Portugiesen
Das Team von Ghana

Ronaldo versteht die Welt nicht mehr Portugal ist ausgeschieden

Keystone

Portugal verabschiedete sich mit einem verdienten 2:1-Erfolg gegen Ghana von der WM in Brasilien. Das entscheidende Tor in der 80. Minute glückte Cristiano Ronaldo nach dem x-ten Chance. Auch für die "Black Stars" ist die WM zu Ende.

Beide Mannschaften waren in Brasilia trotz Personalproblemen in ihrem Schlussspiel der Gruppe G gezwungen, anzugreifen und Risiken einzugehen. Denn nur noch ein "Fussball-Wunder" hätte ihnen zum Vorstoss in die K.o.-Runde gereicht. Es blieb beim Wunschdenken. Portugal fehlten letztlich drei Plustore gegenüber den punktgleichen USA, um die K.o.-Phase zu erreichen, entscheidet doch bei Punktgleichheit die Tordifferenz. Und da lagen die Lusitaner nach dem 0:4 im Startspiel gegen Gruppensieger Deutschland schon in arger Rücklage.

Portugal, mit einem bemühten und mannschaftsdienlichen Cristiano Ronaldo, war die dominierende Mannschaft in Brasilia. Mit einem gefühlvollen Heber (halb Schuss, halb Flankenball) aus spitzem Winkel an die Latte gab Ronaldo das Sturmsignal. Er selbst vergab zahlreiche erstklassige Chancen. Dennoch glückte dem Weltfussballer, der mit seinen Kniebeschwerden sichtlich handicapiert war, sein erstes WM-Tor in Brasilien. In der 80. Minute profitierte er von einem kollektiven Versagen von John Boye, Jonathan Mensah und Torhüter Dauda und markierte den Siegestreffer. Damit stellte CR7 dennoch einen Rekord ein. Er zog mit US-Coach Jürgen Klinsmann gleich, der einst ebenfalls an sechs verschiedenen Endrunden (WM und EM) mindestens einmal getroffen hatte.

Es brauchte allerdings ein Eigentor von Unglücksrabe John Boye, um Portugal zwischenzeitlich hoffen zu lassen. Der Verteidiger von Nantes verlängerte eine Flanke von Miguel Veloso unglücklich mit dem Knie via Pfosten zum 0:1-Halbzeitergebnis ins eigene Tor. Mit einem herrlichen Kopfball glich Asamoah Gyan nach einer Flanke von Kwadwo Asamoah, der vor sechs Jahren seine Karriere bei Bellinzona lancierte, aus. Es war des zweite WM-Tor des pfeilschnellen und trickreichen Stürmerstars. Ghana, technisch begabt, war vor allem in der Abwehr zu unsortiert und deshalb für Gegentore anfällig. Die Westafrikaner, WM-Viertelfinalist 2010, scheiterten bei ihrer dritten Endrunden-Teilnahme erstmals in der Gruppenphase.

Boateng und Muntari suspendiert

Für Ghanas Stars Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari war die WM in Brasilien schon vor dem Spiel gegen Portugal beendet. Ghanas Verband suspendierte die beiden Profis wegen fehlbaren Verhaltens. Schalke-Legionär Boateng soll Teamchef Kwesi Appiah beleidigt haben.

Boateng habe sich beim Training "vulgäre verbale Beleidigungen" gegen den Trainer geleistet, begründete der Verband den Rauswurf. Zudem habe der 27-Jährige nach dem Vorfall keine Reue gezeigt. Boateng wies die vehement Vorwürfe zurück. Laut dem exzentrischen Mittelfeldspieler mit deutschen Wurzeln habe sich beim Training am Mittwoch ein spassiger Vorfall mit Milan-Legionär Muntari ereignet, den Appiah falsch verstanden hätte. Der Teamchef habe ihn in die Kabine geschickt und später bei einem Vier-Augen-Gespräch angeschrien. "Er beleidigte mich auch", sagte Boateng. Es seien Schimpfwörter gefallen.

Muntari wurde heimgeschickt, weil er einen Verbandsfunktionär "grundlos körperlich attackiert" haben soll. Für das abschliessende Gruppenspiel der Westafrikaner wäre der 29-jährige Defensivabräumer ohnehin gelb-gesperrt gewesen.

Portugal - Ghana 2:1 (1:0)

Nacional, Brasilia. - 67'540 Zuschauer. - SR Shukralla (Bahrain). - Tore: 31. Boye (Eigentor) 1:0. 57. Gyan 1:1. 80. Ronaldo 2:1.

Portugal: Beto (89. Eduardo); João Pereira (61. Varela), Pepe, Bruno Alves, Veloso; Moutinho, Carvalho, Amorim; Nani, Eder (69. Vieirinha), Cristiano Ronaldo.

Ghana: Dauda; Afful, Boye, Jonathan Mensah, Asamoah; Atsu, Rabiu (76. Afriyie), Badu, André Ayew (81. Wakaso); Waris (71. Jordan Ayew), Gyan.

Bemerkungen: Portugal ohne Fabio Coentrao, Hugo Almeida und Helder Postiga (alle verletzt), Ghana ohne Muntari (gesperrt und intern suspendiert) und Kevin-Prince Boateng (intern suspendiert). 5. Lattenschuss von Ronaldo. Verwarnung: 39. Afful, 55. Waris, 78. Jordan Ayew. 94. Moutinho (alle Foul).