Der Zentralvorstand des SFV stimmte dem Vorschlag des Komitees der Swiss Football League einstimmig zu. Der 57-jährige Tami wird in seinem Amt für das A-Nationalteam von Vladimir Petkovic sowie für die U21-Auswahl von Mauro Lustrinelli zuständig sein. Als Direktor der Nationalmannschaft löst Tami den Delegierten der Nationalmannschaft ab. Dieses Amt hatte bis Ende Juni Claudio Sulser, auch er ein Tessiner, inne.

Unbesehen der Personen hatte der SFV das Profil des Direktors ins Organigramm aufgenommen. Dies war das Ergebnis einer Untersuchung der Verbandsstrukturen, welche im letzten Herbst von Bernhard Heusler und Georg Heitz in der Aufarbeitung der Geschehnisse während der WM-Endrunde 2018 in Russland ("Doppeladler-Affäre") durchgeführt wurde. Der Direktor soll mehr Kompetenzen haben als der bisherige Delegierte. Wie diese im Detail aussehen, ist derzeit noch unklar - oder zumindest nicht öffentlich.

Der neue Chef des Nationalteams: Pierluigi Tami

Der neue Chef des Nationalteams: Pierluigi Tami

Der SFV hatte Gespräche mit mehreren Kandidaten geführt. Zu ihnen zählten Anders Gerber (FC Thun), Christoph Spycher (Young Boys) und Alain Sutter (FC St. Gallen). Sie alle sagten dem SFV ab und zogen den Verbleib im Amt des Sportchefs eines Super-League-Klubs einem Engagement beim Verband vor. Zu den Kandidaten soll auch Peter Knäbel gehört haben, der frühere Technische Direktor des SFV.

Für Tami ist es eine Rückkehr zum SFV. Der Tessiner hatte zwischen 2003 und 2015 verschiedene Nachwuchsauswahlen betreut, ab 2009 die U21. Mit diesem Team erreichte er 2011 den EM-Final und nahm er ein Jahr später an den Olympischen Spielen in London teil. Zuletzt hatte Tami in der Saison 2017/18 den FC Lugano trainiert.

Nach seinem Abgang beim SFV hatte Tami zunächst die Grasshoppers trainiert, bei denen er auf die Rückrunde der Saison 2014/15 Nachfolger von Michael Skibbe wurde. In der zweiten Saison (2015/16) führte Tami die Zürcher auf Platz 4 und in die Qualifikation für die Europa League. Im März 2017 wurde Tami bei GC entlassen.