Schweizer Cup
Pflichtaufgabe erfüllt: Basel dreht im Cup-Achtelfinal in Rapperswil einen Rückstand zum 2:1 Sieg

Der FC Basel tut sich gegen Rapperswil-Jona schwerer als erwartet, zieht dank einem 2:1-Sieg aber in den Viertelfinal ein.

Julian Förnbacher (Liveticker) und Céline Feller (Text)
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Cup-Achtelfinal: FC Basel - FC Rapperswil-Jona
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Der Basler Dimitri Oberlin jubelt nach seinem 2:1-Siegestreffer.
Basels Davide Calla (m.) gegen die Rapperswiler Dominik Schwizer (l.) und Julio Teixeira (r).
Der Rapperswiler Mike Kleiber gegen den Basler Renato Steffen.
Basels Alexander Fransson gegen Julio Teixeira.
Der Basler Manuel Akanji, links, bezwingt den Rapperswiler Torhueter Diego Yanz.

Cup-Achtelfinal: FC Basel - FC Rapperswil-Jona

KEYSTONE/Walter Bieri

Irgendetwas muss in der Ostschweizer Luft sein, das dem FC Basel nicht gut bekommt. Denn sonst ist es kaum zu erklären, dass ausgerechnet der FC Rapperswil-Jona schafft, was weder Benfica Lissabon, ZSKA Moskau oder GC zu gelingen vermochte: Gegen den FC Basel in Führung zu gehen.

Zuletzt gelang dies dem FC St. Gallen bei der schmachvollen FCB-Niederlage vom 20. September. Seither behielten die Basler über vier Spiele eine weisse Weste, erst der FC Thun konnte Tomas Vaclik letzten Samstag wieder einmal bezwingen. Nach 483 Minuten ohne Gegentor.

In diesem Cup-Achtelfinal war es aber nicht Vaclik, sondern die Nummer 2, Mirko Salvi, der in der 32. Minute hatte hinter sich greifen müssen. Plötzlich stand es 1:0 für den Challenge Leaguisten und Underdog. Dabei waren die Basler so gut in die Partie gestartet, kamen in der 3. und der 7. Minute gleich zu hochkarätigen Chancen. Doch weil sowohl Cedric Itten als auch Marek Suchy etwas an Präzision vermissen liessen, blieb das Spiel offen. Zu offen.

Basels Schwachpunkt: die Abwehr

Denn während der Gastgeber eine geschlossene, starke Mannschaftsleistung an den Tag legte, viel beim FCB einer an diesem Abend ab: Blas Riveros. Der Linksverteidiger war vor allem in der ersten Halbzeit gelinde gesagt überfordert, konnte nicht verbergen, dass ihm Rhythmus und Praxis fehlten.

So machten auch die Spieler von Rapperswil die linke Basler Abwehrseite als Schwachpunkt aus und liefen immer wieder an. Der Vorstoss in der 32. Minute war dann einer zu viel. Der desorientiere Riveros liess sich vom Ex-Basler Berkay Sülüngöz vernaschen. Dieser kam folglich ungehindert zum Flanken, fand in der Mitte den von Suchy nicht genügend gedeckten Chagas, der die Führung erzielen konnte.

Die Reaktion des FCB aber liess nur gerade zwei Minuten auf sich warten. Wie schon bei den ersten beiden Grosschancen in den Anfangsminuten, war es auch in der 34. Minute eine Standartsituation, die für Gefahr sorgte. Itten flog zwar an Kevin Buas Freistoss-Hereingabe vorbei, Manuel Akanji war aber zur richtigen Zeit am richtigen Ort und liess den Ball von seinem Knie ins Tor der Rapperswiler abprallen.

Ein verdienter Ausgleich, denn die Basler wiesen ein Chancenplus auf, hatten wie aber schon gegen Thun Probleme in der Auswertung. «Es war sehr wichtig, dass wir so schnell reagieren konnten. Denn je länger es in solch einem Spiel 1:0 für den Gegner steht, umso schwerer wird es, weil sie dann hinten zu machen und es fast kein Durchkommen mehr gibt», bilanzierte Raphael Wicky nach dem Match.

Fehlende Konsequenz

Insgesamt habe seine Mannschaft in diesem «typischen Cupmatch» wenig zugelassen, so der FCB-Cheftrainer. «Wir sind relativ gut ins Spiel gekommen, müssen es dann aber einfach besser zu Ende spielen.» So zum Beispiel, wie es Dimitri Oberlin in der 59. Minute getan und zum 2:1-Schlussstand getroffen hatte. Eiskalt hatte Oberlin - nur einer von vier Spielern, die auch schon am Samstag von Beginn an auf dem Platz gestanden hatten - den Ball an Rappi-Goalie Diego Yanz rechts vorbei geschoben.

«Am Ende ist es nicht ein absolut souveräner Sieg», meinte Wicky zurecht. Zu lange hatte der Titelverteidiger zittern müssen, liess sich in den Schlussminuten gar in den eigenen Sechzehner drücken. «Wir können uns vorwerfen, dass wir nicht in Führung gegangen sind. Aber das ist kein Wunschkonzert. Und schlussendlich geht es im Cup einfach darum, weiterzukommen.» Und das ist dem FCB gelungen. Der Einzug in den Viertelfinal, der in einem Monat gespielt wird, ist geschafft. Wie, fragt dann keiner mehr.

Telegramm

Rapperswil-Jona - FC Basel 1:2 (1:1)

Stadion Grünfeld. – SR Schärer. – 3904 Zuschauer – Tore: 32. Chagas 1:0. 34. Akanji 1:1. 59. Oberlin 1:2.

Basel: Salvi; Gaber, Suchy, Akanji, Riveros; Callà, Serey Die, Fransson, Bua (69. Steffen); Oberlin (84. Xhaka); Itten

Rapperswil-Jona: Yanz; Sülüngöz, Rohrbach, Simani, Elmer 86. Kleiber); Shabani, Nater, Yaggi, Schwizer (70. Salanovic); Texeira 75. Da Silva); Chagas

Bemerkungen: Basel ohne van Wolfswinkel, Vailati (beide verletzt), Balanta (gesperrt), Zuffi, Elyounoussi, Manzambi, Pacheco und Pululu (alle ohne Aufgebot).

Lesen Sie hier den Spielverlauf im Liveticker nach: