Einzelkritik
Petkovic nahe an der Bestnote – Seferovic und Dzemaili ungenügend: Das sind die Noten der Natispieler

Ein 2:1-Sieg als Resultat eines kämpferischen Auftrittes der Schweizer Nati, das hat viele gute Noten in der Einzelkritik zur Folge – mit wenigen Ausnahmen. So wurden die Schweizer Nationalspieler bewertet.

Sebastian Wendel
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Nati-Captain Stephan Lichtsteiner nach dem Spiel gegen Serbien.

Nati-Captain Stephan Lichtsteiner nach dem Spiel gegen Serbien.

LAURENT GILLIERON
Yann Sommer: 5 Verhindert das noch frühere 0:1. Beim Gegentor ist er machtlos. In der hitzigen zweiten Halbzeit bewahrt Sommer wie gewohnt einen kühlen Kopf, was seinen Vorderleuten viel Sicherheit gibt.
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Ricardo Rodriguez: 4,5 Die Kollegen sagen über ihn: «Der Typ hat keine Emotionen.» So spielt er gegen Serbien: abgeklärt, unaufgeregt, fehlerlos. In der Defensive wertvolle Attribute, doch im Vorwärtsgang würde ihm wieder mehr Risiko guttun.
Manuel Akanji: 5 Ob gegen die flinken Brasilianer oder die stämmigen Serben – Akanji hat auf alles die richtige Antwort. Starke Spielauslösung und immer wieder das Zeichen an die Gegenspieler: An mir kommt ihr nicht vorbei!
Fabian Schär: 4 Hat gegen «Kleiderschrank» Mitrovic einen schweren Stand. Verliert in der Anfangsphase gefühlt jedes Duell, das zweite führt zum 0:1. Findet nach der Pause wieder zur Stilsicherheit aus dem Brasilien-Spiel.
Stephan Lichtsteiner: 4,5 Mit neun WM-Einsätzen ist er nun alleiniger Schweizer Rekordhalter. Zu Beginn hat auch der Captain Mühe. Sein Steigerungslauf ist sinnbildlich für jenen der ganzen Mannschaft.
Granit Xhaka: 4,5 In der ersten Halbzeit noch blasser als gegen Brasilien. Dann zeigt er kurz nach Wiederanpfiff endlich Kante: Der Schuss zum 1:1 hat Weltklasse-Format, der anschliessende Jubel höchstens Stammtisch-Niveau – schade!
Valon Berahmi: 5 Er hält, was er verspricht: Auf dem Platz gehts nicht um Politik, sondern um Fussball. Ist zu Beginn auffällig, weil er Fehler begeht. Taucht dann ab, was in seinem Fall Gutes bedeutet. Die Fäden laufen bei ihm zusammen.
Steven Zuber: 4,5 Der Held gegen Brasilien, der Depp gegen Serbien: Anfängerhaft, wie er den Ball vor dem 0:1 herschenkt. Rauft sich nach schwachem Start zusammen und gehört nach dem Seitenwechsel zu den besten Schweizern.
Blerim Dzemaili: 3,5 Bekam von Petkovic erneut das Vertrauen, konnte dies aber erneut nur in Ansätzen rechtfertigen. Kämpferisch einwandfrei – aber wer drei solch hochkarätige Chancen hat wie er, muss eine davon nutzen.
Xherdan Shaqiri: 5 Sein Anspruch ist es, solche Schlüsselspiele zu prägen. Das gelingt ihm mit einer starken zweiten Halbzeit und natürlich mit dem Siegtor. Aber wie für Xhaka gilt für ihn: Der Doppeladler-Jubel wird ihn noch lange verfolgen.
Haris Seferovic: 3 «Wo ist Haris?», fragt sich die Fussball-Schweiz. Klar: Wie gegen Brasilien ist er oft auf sich allein gestellt. Trotzdem: Bessere Laufwege und mehr Gegenwehr müssen auf diesem Niveau sein. In der Halbzeit ausgewechselt.
Josip Drmic: Keine Note In der 94. Minute für Zuber eingewechselt. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Breel Embolo: Keine Note In der 73. Minute für Dzemaili eingewechselt. Seine Physis wird in der Schlussphase zum wichtigen Faktor. Zu kurz im Einsatz für eine Bewertung.
Mario Gavranovic: 5 Nach der Pause spielt er für Seferovic. Was für ihn spricht: Er kommt zu zwei guten Torchancen. Was gegen ihn spricht: Er vergibt beide fahrlässig. Am Ende ist diese Bilanz egal. Was zählt: Sein Traumpass auf Shaqiri vor dem 2:1.
Vladimir Petkovic: 5,5 Bleibt sich treu und vertraut auf die gleiche Startformation wie im Brasilien-Spiel. Hat in der Pause den Mut, den schwachen Seferovic gegen Gavranovic auszutauschen – einer der Schlüssel zum Sieg.

Yann Sommer: 5 Verhindert das noch frühere 0:1. Beim Gegentor ist er machtlos. In der hitzigen zweiten Halbzeit bewahrt Sommer wie gewohnt einen kühlen Kopf, was seinen Vorderleuten viel Sicherheit gibt.

ARMANDO BABANI

Die beiden Schweizer Treffer: