Peter Stadelmann, der Schweizerische Fussballverband hat am Freitag mitgeteilt, dass er den Vertrag mit Nationaltrainer Vladimir Petkovic bis 2017 verlängert hat. Wie gross ist Ihre Erleichterung, das Dossier vom Tisch zu haben?

Peter Stadelmann: Was heisst erleichtert? Petkovic hat seine Aufgabe gut gemeistert. Das war die Ausgangslage. Es mag der Anschein entstanden sein, dass es bis zur Einigung lange gedauert hat. Ich bin aber überzeugt, dass es richtig war, dass sich der Fussballverband diese Zeit genommen haben. Genauso ist es richtig, den Vertrag nun zur beidseitigen Zufriedenheit verlängert zu haben. Es hat nie Anzeichen für ein Ende der Zusammenarbeit gegeben.

Die relevanten SFV-Protagonisten weilen derzeit an Euro-Workshops in Frankreich oder an Uefa-Kongressen. Sie dagegen verbringen das Wochenende in der Ostschweiz. Der Vertrag mit Petkovic wurde von Ihnen also kaum am Freitag unterzeichnet?

Nein, irgendwann in den letzten Tagen. Konkret kann ich das nicht sagen, aber zeitnah. Der Vertrag wurde von mir allerdings nicht unterschrieben. Dafür sind andere Leute zuständig.
Zu den Details und dem Inhalt des neuen Kontrakts schweigt sich der Verband aus.

Insbesondere die finanzielle Abgeltung des Nationaltrainers hat zuletzt in Medien aber wiederholt für Diskussionen und Verwirrung gesorgt.

Wir haben entschieden, dass Verbands-Präsident Peter Gilliéron die Kommunikation zu den Verhandlungen mit Vladimir Petkovic macht. Daran halte ich mich. Zum Inhalt des Vertrags gibt es auch nicht viel zu sagen. Er ist weit weniger spektakulär, als Sie und andere Leute sich das vorstellen.

Dann erklären Sie, weshalb sich die Verlängerung trotz der gegenseitigen Einigkeit so lange hinausgezögert hat.

Sie stellen sich das zu einfach vor. Es entscheiden nicht der Präsident und ich allein über den Nationaltrainer und die Verlängerung des Vertrags. Diesen Entscheid tragen mehrere Gremien mit. Mehrere Phasen mussten dafür durchlaufen werden.

Können Sie diese Phasen erklären?

Beide Parteien haben wiederholt erklärt, dass man den eingeschlagenen Weg gemeinsam weitergehen will. Nach dem Testspiel gegen Österreich haben wir in einer ersten Phase die EM-Qualifikation analysiert – zusammen mit dem Nationaltrainer. Danach wurde in weiteren Phasen im Komittee der Swiss Football League und im Zentralvorstand diskutiert und Position bezogen. Diese Gremien treffen sich nicht jeden Tag. Darum ging einige Zeit ins Land. Die eigentlichen Verhandlungen und damit Phase 4 begannen erst im Januar.

Und waren, glaubt man dem Boulevard, wegen finanziell unterschiedlichen Auffassungen betreffend Entlöhnung kompliziert.

Wie gesagt, zu den einzelnen Vertragspunkten ist Peter Gilliéron die Ansprechperson. Es waren aus meiner Sicht normale und faire Verhandlungen. Wir hatten unsere Vorstellungen, der Trainer hatte seine. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir einen Spielraum definiert hatten, den wir auch eingehalten haben. Wir haben unsere grundsätzlich Linie nicht verlassen. Der neue Vertrag mit Petkovic basiert im Wesentlichen auf den gleichen Punkten wie der laufende. Positiv aus meiner Sicht war vor allem, dass die wichtigsten Diskussionspunkte bei der Verbesserung der Mannschaft lagen. Petkovic will wie wir das Team weiterbringen. Er will Erfolg haben. Dazu sind Anpassungen nötig. In diesem Punkt waren wir uns immer einig.

Können Sie dazu etwas verraten?

Wir wollen und müssen den nächsten Schritt gehen. Der Coach hatte wie wir klare Vorstellungen. Darüber haben wir geredet. Ein Punkt ist zum Beispiel, dass die medizinische Abteilung ausgebaut werden soll.

Nach der WM in Frankreich legen Sie Ihr Amt als Delegierter des Nationalteams nieder. Die Mitwirkung bei der Vertragsverlängerung mit Petkovic war nicht Ihre letzte, wohl aber Ihre wichtigste Amtshandlung vor Ihrer Demission.

Ich bin erst im Sommer weg (lacht). Mein Nachfolger wird aus dem Komitee der Swiss Football League kommen. Darum war es mir wichtig, dass dieses Gremium in die Entscheidungsfindung bezüglich Fortführung des Engagements von Petkovic als Nationalcoach von Anfang an eingebunden war. Im Komitee der Swiss Football League hat es zudem viele erfahrene Leute, die wissen, dass man im Sommer wenn möglich keine Zäsur machen sollte, weil die WM-Qualifikation ja sehr rasch beginnt.