Champions League

Pep Guardiola soll mit Manchester City die englische Ehre in der Champions League wieder herzustellen

Pep Guardiola: Ein Geschenk des Himmels für den englischen Fussball?

Pep Guardiola: Ein Geschenk des Himmels für den englischen Fussball?

Auf internationalem Parkett konnten die Engländer in letzter Zeit nicht überzeugen. Nun soll der neuer Trainer von Manchester City, Pep Guardiola, wieder für Erfolgserlebnisse in der Champions League sorgen.

Ein Glück gibt es sie: die Champions League, die Königsklasse, den einen Wettbewerb, in dem noch Spannung garantiert ist. In Zeiten, in denen die nationalen Ligen schon im September entschieden sind, freuen sich die Fans in ganz Europa auf das Aufeinandertreffen der europäischen Schwergewichte. Hier ist der Ausgang der Wetten auf den Sieger noch ungewiss. Mit Titelverteidiger Real Madrid, dem FC Barcelona und dem FC Bayern sehen die Buchmacher zumindest drei Vereine gemeinsam an der Spitze. Und auch die Engländer wollen endlich mal wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden, zumal der Final im Juni gleich nebenan im walisischen Nationalstadion in Cardiff ausgetragen wird.

Engländer nur Aussenseiter

Arsenal London, Manchester City, Tottenham und Newcomer Leicester haben ihre Kader mit knapp 500 Millionen Euro aufgerüstet, um zum ersten Mal seit 2012 – als Chelsea London in München gewinnen konnte – wieder nach dem Sternen-Pokal zu greifen. Dass 2017 jedoch ein englisches Team im Final steht, ist trotz der Finanzflut mehr als fragwürdig.

Für den Überraschungsmeister Leicester ist bereits schon die Qualifikation für die Königsklasse ein Erfolg. Das Team von Claudio Ranieri schaffte in der Vereinsgeschichte lediglich zweimal den Sprung in den Uefa-Cup, doch immer war schon in der ersten Runde Endstation. Gewinnen die Füchse morgen ihr Debüt in Brügge, wäre es gar der erste Sieg auf internationalem Parkett. Ähnliches gilt für Tottenham, die sich zum zweiten Mal nach 2010/11 in der Champions League versuchen. Leicester und Tottenham spielen an Stelle der im letzten Jahr kriselnden Champions-League-Urgesteine Manchester United (Europa League) und Chelsea London (nicht international vertreten) im Konzert der Grossen und haben in machbaren Gruppen die Achtelfinalqualifikation zum Ziel auserkoren.

Mehr als der Achtelfinal ist auch für Champions-League-Dauerabonnent Arsenal London – zum 19. Mal in Serie qualifiziert – Wunschdenken, zumal der Finalist von 2006 in den letzten Jahren scheinbar auch die Zusatzoption «Out im Achtelfinal» gebucht hat. In den letzten sechs Jahren scheiterte das Team von Arsène Wenger stets in der Runde der letzten 16. Daran wird auch Granit Xhaka nicht viel ändern können.

Bliebe noch Manchester City. Mit Pep Guardiola haben die «Citizens» zumindest die Halbfinal-Garantie eingekauft, denn der Spanier stand mit Barcelona und Bayern München sieben Mal in Serie unter den letzten vier. Um den Henkelpott ein drittes Mal in den Himmel zu stecken, müsste Guardiola allerdings seine bayrische Halbfinal-Depression ad acta legen. Die Fans dürfen gespannt sein, ob die speziellen taktischen Kniffe des Spaniers in einem etwaigen K.-o.-Duell mit seinen ehemaligen Arbeitgebern diesmal Früchte tragen. Der Spanier selbst stapelt trotz des idealen Stars in die Premier League tief: «So wie wir momentan spielen, sind wir noch nicht in der Lage, mit den besten Klubs Europas mitzuhalten.» Egal. Ganz England hofft auf den Guardiola-Effekt, doch zunächst muss Manchester City die Hammergruppe mit Barcelona, Gladbach und Celtic schadlos überstehen.

Ein FCB gewinnt

Glaubt man dem Gesetz der Regel, gewinnt 2017 ein FCB die Trophäe. Seit 2009 triumphierte in ungeraden Jahren nämlich entweder der FC Barcelona oder der FC Bayern München in der Königsklasse. Real Madrid will nicht nur diese Serie durchbrechen, sondern auch das erste Team sein, das den begehrtesten Titel im Klubfussball verteidigt. Um dies zu schaffen, hat Real-Präsident Florentino Pérez sogar seine Kaufwut zurückgeschraubt. Lediglich die Rückkehr von Alvaro Morata liessen sich die königlichen 30 Millionen Euro kosten. Ein Defizit, das durch die Abgänge sogar um sieben Millionen Euro übertroffen wurde. Ob Sparsamkeit und Kontinuität die neuen Schlüssel für das Erreichen des bislang Unerreichbaren sind? Pep Guardiola und Manchester City sind da anderer Meinung.

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