Bundesliga
Pep Guardiola ist Bayerns Wunschkandidat

Am Saisonende läuft der Vertrag von Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes aus. Seit Wochen kursieren Gerüchte über einen möglichen Nachfolger. Ganz zuoberst steht Pep Guardiola, der erfolgreiche Ex-Trainer des FC Barcelona.

Thomas Miklaus, München
Merken
Drucken
Teilen
Pep Guardiola wird als neuer Trainer von Bayern München gehandelt.keystone

Pep Guardiola wird als neuer Trainer von Bayern München gehandelt.keystone

Normalerweise ist Uli Hoeness immer für einen Spruch zu haben. Doch bei Fragen zur Zukunft von Trainer Jupp Heynckes lässt sich selbst der Präsident von Bayern München nicht aus der Reserve locken. Man werde im Frühjahr reden, «vorher werden wir die Personaldiskussionen nicht eröffnen. Wir wollen mit Ruhe in die Weihnachtstage einziehen», sagte der 60-Jährige unlängst.

Es ist die Diktion, der sich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sport-Vorstand Matthias Sammer, aber auch Heynckes selbst seit Wochen anschliessen. «Von mir hören sie zu meiner Zukunft gar nichts. Gedulden Sie sich bis Mitte, Ende März», sagte der 67-Jährige gestern zum wiederholten Male.

Dass dennoch über die Personalie viel diskutiert und noch mehr spekuliert wird, können die Verantwortlichen des deutschen Fussball-Rekordmeisters nicht verhindern. Noch ist völlig offen, ob sich Heynckes noch einmal dem Dauerstress und dem Erfolgsdruck in München aussetzen und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wird.

Dennoch gibt es schon seit Wochen Gerüchte über mögliche Nachfolger. Zumindest Mirko Slomka scheidet schon einmal aus, da er bei Hannover 96 verlängert hat. Dagegen halten sich in München seit Monaten hartnäckig Gerüchte um Pep Guardiola, den erfolgreichen Ex-Trainer des grossen FC Barcelona.

Der 41-Jährige nimmt sich momentan eine Auszeit vom Fussball, die er in New York verbringt. Auch Guardiola will sich im Frühjahr erklären, wie, und vor allem wo es mit ihm weitergeht. In England wollen die Zeitungen bereits erfahren haben, dass der FC Bayern schon erste Sondierungsgespräche geführt und durchaus Chancen auf eine Verpflichtung des Spaniers habe. Aber auch Manchester City, der FC Chelsea und Paris St. Germain sollen im Rennen um Guardiola sein.

Bis März werden die Bayern deshalb damit leben müssen, dass das Thema heiss bleibt. Immerhin scheint eine Vertragsverlängerung von Heynckes nicht am Verhältnis zu Sammer zu scheitern. Noch vor Wochen hiess es, dass beide auf Dauer nicht miteinander arbeiten könnten. Doch längst haben sich der Trainer und sein Sport-Vorstand arrangiert.

Heynckes sprach von einem «vertrauensvollen Miteinander. Wir sind zwei ehemalige Topspieler, die vom Anspruchsniveau ähnlich ticken. Ich bin sehr zufrieden, ich denke, er auch.» Sammer liess zuletzt auch keine Gelegenheit aus, seinen erfahrenen Coach in höchsten Tönen zu loben.

Auch aus der Mannschaft kamen in den letzten Wochen immer wieder Stimmen, die sich für einen Verbleib von Heynckes aussprachen. Der Trainer führe die Mannschaft «sehr gut, er redet viel mit uns. Wenn er kritisiert, kommt das trotzdem immer positiv rüber. Nie negativ im Befehlston. Wir haben viel Respekt vor ihm, er hat viel Respekt vor uns», lobte etwa Superstar Franck Ribéry. Heynckes lasse ihm «viele Freiheiten, ich kann deshalb unbeschwert spielen. Ich mag Heynckes, er kann total auf mich zählen», betonte der Franzose. Auch Toni Kroos hofft, «dass Jupp Heynckes unser Trainer bleibt». Man sehe, «wie viel Sachverstand er hat. Und das Zwischenmenschliche stimmt sowieso», sagte Torjäger Mario Gomez.

Die Frage lautet: Wer sonst? Guardiola wäre der Idealfall, doch Hoeness hatte als möglichen Hinderungsgrund schon einmal die Sprachbarriere ins Feld geführt.