Fussball
Penalty-Glück für Biel: FC Wohlen verliert beim Schlusslicht

Wie reagieren die Wohler auf den für Ende Saison angekündigten Abgang von Trainer Ciriaco Sforza? Diese Frage stellte sich vor dem Spiel gegen Schlusslicht Biel. Die Antwort: Wohlen verliert das vierte Spiel in Folge - diesmal mit 1:2.

Hannes Hurter (Text und Liveticker)
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Simone Rapp traf für den FC Wohlen zum zwischenzeitlichen 1:1.

Simone Rapp traf für den FC Wohlen zum zwischenzeitlichen 1:1.

Alexander Wagner

Ein Hauch von Nostalgie weht durch das Seeland. Auf der altehrwürdigen Gurzelen wird zum zweitletzten Mal Fussball gespielt. Danach fahren im 102-jährigen Stadion die Bagger auf, der grüne Rasen weicht Wohnsiedlungen. Grund zum Klagen haben die Berner jedoch keinen: Ab dem Sommer darf der FC Biel in der topmodernen „Tissot-Arena“ auflaufen, die Fussball, Eishockey und Curling unter einem Dach vereint. Die neue Arena bietet bei Fussballspielen Platz für 5200 Zuschauer. Wenn‘s doch nur auch in Aarau schon soweit wäre...

Bei der Bieler „Vor-Derniere“ sahen 1550 Zuschauer eine unerwartet verrückte Partie, in der zweiten Halbzeit gar ein Spektakel mit einem von Schiri Erlachner erfundenen Penalty, der dem Schlusslicht zu drei äusserst glücklichen Punkten verhalf und damit neues Leben im Abstiegskampf einhauchte. Der FC Wohlen hätte aufgrund einer Vielzahl an Chancen das Spiel nie und nimmer verlieren dürfen. Doch weil die Freiämter fast ein Dutzend (!) hochkarätige Möglichkeiten nach der Pause nicht verwerteten, resultierte am Ende die verblüffendste und wohl unverdienteste Pleite in dieser Spielzeit.

Dennoch sprach Wohlen-Präsident Lucien Tschachtli von „einer der besten Halbzeiten in diesem Jahr, in der das Team ein wahres Feuerwerk zündete. Diese Mannschaft macht Lust auf die nächste Saison.“ In der Tat: Auf eine magere und viel zu passive erste Wohler Hälfte, die Biel mit mehr als einem Treffer hätte abschliessen sollen, folgte nach dem Seitenwechsel eine regelrechte Wohler Demonstration mit Spielwitz und Hochkarätern praktisch im Minutentakt. Einziger Wermutstropfen: Das Tor zum 1:1 durch Simone Rapp, der einen Zuckerpass von Roman Buess zwischen den Hosenträgern von Biel-Goalie Salvi verwertet (54.), war die gesamte Ausbeute der wie verwandelten Freiämter.

Lucien Tschachtli konstatierte zufrieden: „Die Mannschaft lebt und spielt einen sehr guten Fussball.“ Die Punkte benötigt denn auch vielmehr der FC Biel, der getreu dem Motto „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ die Auferstehung nach acht Ligaspielen ohne Sieg feierte. Der FC Wohlen leistete also quasi „Aufbauhilfe West“ für das Schlusslicht. Die damalige wirtschaftliche Hilfe wurde von der DDR damals genauso benötigt wie der gestrige Dreier vom FC Biel. Nostalgie hin, Nostalgie her: Der FC Wohlen kann sich nun auf das letzte Saison-Heimspiel am Montag gegen Wil vorbereiten, bei dem Erfolgscoach Ciriaco Sforza und die drei Super-League-Transfers Roman Buess, Alban Pnishi und Mario Bühler verabschiedet werden.

Biel - Wohlen 2:1 (1:0)
Gurzelen. - 1550 Zuschauer. – SR Erlachner. – Tore: 12. Pimenta 1:0. 54. Rapp 1:1. 87. Morello (Foulpenalty) 2:1.
Einwechslungen: Biel: 67. Fekete für Pimenta. 76. Cidimar für Siegrist. 84. Salamand für Silberbauer.
Wohlen: 67. Ramizi für Holenstein. 74. Minkwitz für Weber. 80. Brahimi für Schultz.
Bemerkungen: Biel ohne Corbaz (gesperrt), Zangger (krank), Wellington, Coly, De Feo, N’Koum, Sheholli (verletzt). Wohlen ohne Grether (gesperrt), Bühler (krank), Pnishi, De Filippo, Lika, Urtic (verletzt), Neziraj (nicht im Aufgebot).
Verwarnungen: 9. Ukoh (Foul), 26. Holenstein (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker

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