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Ottmar Hitzfeld und die Qual der Wahl: Wen wird er enttäuschen?

Wer nimmt er mit nach Brasilien? Schweizer Nati-Coach Ottmar Hitzfeld.

Wer nimmt er mit nach Brasilien? Schweizer Nati-Coach Ottmar Hitzfeld.

Am Freitag erwacht die Bundesliga aus dem Winterschlaf. In Deutschland wird sich Ottmar Hitzfeld für die Zusammenstellung für das WM-Kader am meisten bedienen müssen. 23 Spieler - drei Goalies, 20 Feldspieler - wird er nach Brasilien mitnehmen können

Die Schweiz, die Söldnernation. Das war sie bereits im Mittelalter, als mutige Schweizer Soldaten für europäische Grossmächte in die Schlacht zogen. Und mit Blick auf den Fussball ist sie das heute noch: Die besten Schweizer Fussballer verdienen ihr Geld im Ausland, ihre Qualitäten sind in den europäischen Topligen gefragter denn je.

Wenn die Bundesliga morgen mit dem Klassiker Gladbach - Bayern München aus dem Winterschlaf erwacht, dann richten sich auch Ottmar Hitzfelds Augen wieder auf sein Heimatland. In Deutschland stellt unser Land neben Brasilien die meisten Gastarbeiter, 16 an der Zahl.

Hier wird er sich bei der Zusammenstellung seines WM-Kaders mit Abstand am häufigsten bedienen. Torhüter Diego Benaglio, Linksverteidiger Ricardo Rodriguez sowie die offensiven Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka nehmen in Hitzfelds Planungen Schlüsselrollen ein. Zudem bietet die Bundesliga Hitzfeld auf allen anderen Positionen erstklassige Alternativen.

Enttäuschte Gesichter

23 Fussballern – drei Goalies und 20 Feldspielern – wird Hitzfeld Anfang Mai bei der Bekanntgabe des WM-Kaders einen Kindheitstraum erfüllen. «Brasilien und der Fussball gehören zusammen, das wird ein einmaliges Erlebnis», sagt Benaglio. Der 30-Jährige gehört zu den Glücklichen, die sich um ihr WM-Ticket keine Sorgen machen müssen.

Doch der Stichtag wird auch enttäuschte Gesichter hervorbringen. Noch nie war der Fundus an Schweizer Spielern, die genügend Qualität für das Kräftemessen der besten Fussballnationen haben, grösser als in diesem Jahr. Was die Söldner angeht, aber auch mit Blick auf die Schweiz: Rund ein Drittel der 23 WM-Fahrer dürfte aus der Super League stammen.

Ottmar Hitzfeld, der erfahrungsgemäss einem Spieler auch in schwierigen Phasen lange gutgesinnt ist, wird über den Schatten springen und gestandene Profis aus Deutschland, England und Italien enttäuschen müssen. Er sagt: «Ein WM-Ticket ist keine Belohnung für Geleistetes. Wir werden im Frühling alles genau beobachten und mit dem bestmöglichen Team nach Brasilien fliegen.»

«Die Nordwestschweiz» schätzt die WM-Chancen der 23 Söldner ein, die für ein Aufgebot infrage kommen.

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